Zu Gast bei Familie Macedo


Der Weg von der Algarve nach Lissabon gestaltete sich durch den geringen Verkehr als recht einfach, etwas voller wurde es dann kurz vor der Ponte de 25 de Abril, der Fachwerkbrücke die den längsten Fluss der iberischen Halbinsel, den Tejo überspannt. Diese, der Golden Gate Bridge recht ähnlichen, Brücke ist in vielerlei Hinsicht sehr interessant und eine Überquerung durch den miserablen Bodenbelag mehrerer Spuren der viel befahrenen Straße auch ein interessantes Abenteuer in sich. Glücklicher Weise hat man jedoch den Segen der nahen Christo Rei Statue auf seiner Seite, wie auch einen der interessantesten Blickwinkel auf die weit unter einem liegenden Stadt.

 

Da die Portugiesen sehr genaue Fahrer sind riskiert man im Stadtverkehr von Lissabon keineswegs seinen Kopf und Kragen, so dass die recht zentral gelegene Pension der Familie Macedo schnell gefunden wurde. Die Pension ist im Grunde ein normales Mehrfamilienhaus, so dass es mehrere Wohnungen mit mehreren Zimmern gibt und somit leider nur ein Bad pro Wohnung. Die Zimmer selbst sind angenehm groß, die Einrichtung portugiesisch und das Bett bequem. Das Frühstück bestand im Grunde nur aus Toastbrot, hier sollte man das Self-Catering in der Hotelbeschreibung ernst nehmen, dennoch ist die Pension durch ihren relativ günstigen Preis und der Hilfsbereitschaft des Herren Macedo, gerade in Bezug auf diverse Tipps zu Ausflugszielen, empfehlenswert.


B&B Family Macedo (Lissabon)
B&B Family Macedo (Lissabon)
B&B Family Macedo (Lissabon)
B&B Family Macedo (Lissabon)


Auf Erkundungstour in Lissabon


Ursprünglich war es gedacht mit Sandemans New Europe auf Erkundungstour durch Lissabon zu gehen, wie ich es schon einst in Edinburgh gemacht hatte. Doch leider fand ich den Treffpunkt nicht und so wurde nach einigen hin und her durch die wunderschönen Straßen der Stadt die Bustour des Yellowbus Unternehmens genutzt, da diese für 15€ noch vergleichsweise günstig war und die Nutzung der örtlichen Trams und die als Elevadores bekannten Standseilbahnen und den Elevador de Santa Justa inkludierte.


Lissabon
Lissabon
Lissabon
Lissabon
Lissabon


Die drei Standseilbahnen, allesamt vor 1892 erbaut, überwinden alle ungefähr eine Höhendifferenz von 45m und wurden damals errichtet um damals noch unerschlossene Stadtteile Lissabons an das öffentliche Nahverkehrsnetz zu binden, welches damals noch aus Pferdestraßenbahnen bestand. Neben ihren interessanten Strecken sind die historischen Wagen den einen oder anderen Blick wert.

 

Während die Standseilbahnen etwas versteckt sind sticht der Elevador de Santa Justa, unweit des Hauptplatzes der Stadt, geradezu heraus. Es ist schon seltsam eine solche Fachwerkstruktur auf einem eher kleinen Platz vorzufinden und nicht wie in anderen Städten, wie Blackpool oder Paris in prominentester Lage. Interessant dabei ist jedoch sicherlich sein ursprünglich gedachter Zweck, denn auch heute noch kann man den 45m hohen Aufzug als Aufzug nutzen und nicht nur wie die meisten Touristen als Aussichtsturm, von dem man im Übrigen eine sehr gute Sicht auf die Stadt hat. Die alten, mit Holz verkleideten, Kabinen bleiben einem genauso positiv in Erinnerung wie die Fachwerkstruktur des Turms an sich und können hoffentlich als Zeichen großartiger Ingenieurskunst noch lange erhalten bleiben.


Lissabon
Lissabon
Lissabon
Lissabon
Lissabon
Lissabon


Im Allgemeinen ist Lissabon eine Stadt bei der es von großen Plätzen und noch größeren Statuen nur so wimmelt. Ab und zu scheint zwar der Lack an den gepflasterten Häusern ab zu sein, dennoch präsentiert sich die portugiesische Hauptstadt als eine sehr international geprägte und wunderschöne Stadt. Die Topographie der Stadt und die daraus resultierenden Bauwerke sind dabei ebenso interessant wie die endlose Anzahl kleiner Gassen, die an jeder Ecke irgendetwas komplett anderes vorfinden lassen. Die historischen Bauwerke und Monumente zeigen von einem großen Stolz Lissabons und des Landes Portugal und der geschichtlichen Bedeutung dessen ohne dabei zu sehr zu protzen, so dass ein Besuch in dieser wahrlich bemerkenswerten Stadt durchaus sehr lohnenswert ist.

Einmal Safaripark ohne Alles


Der Badoca Safari Park ist einer der Parks die ich im Grunde nur über Parkscout.de kenne, da dort vor einigen Jahren mal in einer Meldung von einem neuen Hafema Rafting berichtet wurde, das war jedoch auch die Zeit als das Portal ab und zu mal etwas interessantes berichtete und eine lesenswerte Kolumne bot. Nun einige Zeit später verpasste ich auf dem Hinweg gnadenlos die Einfahrt zum Gelände, aber wer soll auch schon auf die Idee kommen, dass das Gelände nicht anständig erschlossen wurde und der Sandweg tatsächlich die Auffahrt zum Gelände darstellt. Kilometerweit folge keine Abfahrt und mein Navi, welches in diesem Land, trotz aktuellem Kartenmaterial, eh nutzlos ist wollte mich auf nicht existierende Straßen schicken. Irgendwann ergab sich die Möglichkeit zu wenden und so fuhr ich nun eines besseren belehrt auf das Gelände.

 

Am Park angekommen wurde ich mit den bescheuerten Öffnungs- und Showzeiten konfrontiert, so dass ich eigentlich gleich hätte umkehren sollen, denn weder das gerade 15 Minuten lang geöffnete Rafting, noch die Safari war in meinen Zeitplan möglich gewesen. Dennoch wollte ich mir den Park mal etwas genauer ansehen und so störte es keinem das ich den Park 30 Minuten vor der offiziellen Öffnung schon halb erkundet hatte.


Badoca Safari Park
Badoca Safari Park
Badoca Safari Park
Badoca Safari Park
Badoca Safari Park


Es ist wirklich kein gutes Omen als Safaripark kaum Tiere vorweisen zu können, noch viel schlechter sieht es aus, wenn man großzügig ausgelegte Anlagen einfach nicht bestückt. Die zwei kleinen Volieren sind dabei noch eher als das tierische Highlight anzusehen, denn immerhin sind Vögel generell interessant und Aras einfach nur toll zuzusehen. Auch beim Beobachten der Lemuren und Wallabys kann einige Zeit vergehen.

 

Der Weg über die Brücke zur Safari macht nur Sinn wenn man tatsächlich diese binnen weniger Minuten antreten möchte. Sie hat eine Länge von 45 Minuten und ist somit in etwa doppelt so lang wie Chessington Worlds of Adventures Zufari, durch das waldige Gebiet aber nicht so dicht bestückt. Ob man überhaupt Tiere zu Gesicht bekommt ist eine Frage die ich nicht beantworten kann, sicherlich macht die Safari aber den wichtigsten Teil eines Besuchs in diesem Park aus, denn viel mehr gibt es im Park ja eh nicht.

 

Trotz diesen Umstand gelingt es den Park dennoch sehr lange Wege zu erzeugen in dem man beispielsweise die Ilha dos grandes primatas unweit der Hauptstraße und somit am Arsch der Welt platziert. Dort waren zwei der drei großen Gehege mit Tieren bestückt und auch nur in sehr kleinen Populationen, auch war der Gärtner hier scheinbar lange nicht mehr unterwegs gewesen, denn irgendwie wucherte hier alles.

 

Das Rafting macht mittlerweile Werbung für Coca Cola und scheinbar sonst nicht mehr viel. Die zwei Euro die man hier für die Fahrt verlangt kann man gewiss noch irgendwie nachvollziehen, aber eine Öffnungszeit von 14h45 - 15h00 nicht wirklich. Leider ist zudem der Streckenverlauf von außen kaum einsehbar, scheinbar verpasst man aber nichts wenn man es nicht mitnehmen würde.


Rafting (Badoca Safari Park)
Rafting (Badoca Safari Park)
Rafting (Badoca Safari Park)
Rafting (Badoca Safari Park)


Zu guter Letzt sah ich mir noch die ersten Minuten der Greifvogelschau an, bei der wenige Vögel unter sehr viel portugiesischen Blabla gegebenenfalls mal vorgestellt wurden. Genervt über die schlechte Soundqualität der Show und wegen der eh nicht vorhandenen Sprachkompetenz meinerseits, verließ ich die Show frühzeitig und machte mich entspannt auf den Rückweg zum Porto Airport.

 

Der Badoca Safaripark hat sicherlich seine besten Zeiten schon weit hinter sich. Fehlende Werbung, selbst kurz vor dem Park, fehlende Tiere und bescheuert gelegte Öffnungszeiten der Attraktionen sprechen nicht gerade für den Park. Dabei wird noch versucht aus jeglicher Möglichkeit Geld zu generieren, obgleich eine Segwaysafari sicherlich eine lustige Sache ist. Potential zumindest hatte der Park irgendwann mal, aber man zeigt nur wieder einmal viel zu deutlich wie man es nicht machen sollte.

Der Flug zurück nach Bremen


Gut vier Stunden Fahrt sind es vom Badoca Safari Park zum Airport Porto, sprich vier Stunden Fahrt in denen absolut garnichts passiert. Von Zeit zu Zeit kann man dann mal ein Auto überholen, ansonsten gestaltet sich das Fahren auf Autobahnen mit einem Tempolimit von 120 km/h außerhalb der Niederlande als ziemlich anstrengend, da ermüdend. Da ich das Auto leer empfangen habe, sollte ich es auch leer wieder abgeben, so dass ich dementsprechend den Tank nur geringfügig gefüllt habe um wenigstens die letzten Kilometer im doch sehr bergigen Portugal als durchaus spannenden Thriller zu gestalten.

 

Interessant wurde es dann kurz vor der Ausfahrt zum Airport Porto, denn hier befindet sich mit dem RAF Park ein Freizeitpark den niemand kannte, zumindest außerhalb Portugals, sprich weder auf Coaster-Count.com noch auf Rcdb.com vorhanden war. Leider war der Park aber nur für etwa vier Monate in Betrieb und das war vor zwei Jahren, die Achterbahn selbst, ein kleiner Pinfari Zyklon, präsentiert sich zumindest wunderbar gelegen direkt an der Autobahn.

 

Die Mietwagenrückgabe gestaltete sich recht zügig, so dass ich wenige Minuten bereits in der Abflughalle war. Intessanter Weise startete das Boarding bereits zur angegebenen Zeit, so dass die Gates mehr oder weniger pünktlich geschlossen wurden und nicht erst nach dieser Zeitspanne geöffnet wurden.

 

In Bremen angekommen wartete beim Verlassen des Ryanairterminals ein nagelneuer McDonalds darauf getestet zu werden. Von dort aus startete ich dann die etwa zehn Minuten Fußweg um mein Auto in ganzen Stücken vorzufinden und endlich wieder etwas schneller unterwegs zu sein. Ein herrliches Gefühl nicht mehr in einem Fiat Punto sitzen zu müssen und nach 1400 km durch Portugal auf einer leeren Autobahn schneller als 120 km/h fahren zu können.