Der Flug nach Porto


Da ich in diesem Jahr schon einige Touren plante, sie aber aus stetigen Absprüngen der Mitfahrer, zwecks studentischen Problemen, d.h. wegen mangelnden Geldes oder mangelnder Zeit, stets verschieben musste, plante ich kurzerhand eine Reise für mich alleine. Da sowohl Himmelfahrt und Pfingsten in diesem Jahr sehr spät liegen und somit deutlich mehr Reisende anzogen, als es normalerweise der Fall ist, musste ein anderer Zeitraum her.

 

Kurzerhand wurde der Kalender gezückt und mit den Flügen von Ryanair und anderen Fluggesellschaften verglichen. Dank der nun großartigen Vergleichsmöglichkeit auf der neu gestalteten Website von Ryanair fiel mir ausgerechnet Porto ins Auge, da hier alle Zeiten irgendwie zu stimmen schienen. Da auch der Bremer Airport eine gute Ausgangslage für sämtliche Flüge ist wurde der Flug gebucht.

Ein magieloser Ort


Auf einem Berg der Stadt Penafiel befindet sich mit dem Magikland der nördlichste Freizeitpark des Landes. Der Kalender des Parks besagte eine Öffnungszeit von 10-17 Uhr an den möglichen Besuchstagen, jedoch mit dem Zusatz „mediante marcação previa“, was frei nach dem Google Übersetzer „nach Voranmeldung“ bedeutet. Gesagt, getan und auf Englisch angeschrieben und geantwortet bekommen man habe an dem Montag geschlossen. Eine Änderung meiner Planung und eine weitere E-Mail später stellte sich der Park dann am Freitag als geöffnet heraus.

 

Nachdem ich meinen Mietwagen am Porto Airport abgeholt hatte ging es also in einem Fiat Punto auf die Reise ins kaum 40km entfernte Magikland, aber selbst diese Strecke reichte aus, damit sich die Unterbodenverkleidung des Mietwagen löste und zu schwingen begann, notwendige Schrauben sind halt einfach überbewertet, genauso wie Zusatzversicherungen. Meine Laune war dementsprechend nicht sonderlich auf dem besten Stand als ich den Park erreichte.

 

Während die Parkleitung recht gutes Englisch konnte, so stellte sich das Sprachvermögen der restlichen Angestellten als nicht vorhanden heraus. Macht ja nichts, ist man es ja von anderen Ländern gewohnt, aber gerade im Vergleich zum restlichen Portugal, wo eigentlich nur die alten Leute die Sprache nicht beherrschten, eher schwach. Ebenso nicht vorhanden ist eine bemerkenswerte Attraktionsdichte, die sich wohl erst vor kurzem noch reduziert hatte.


Magikland
Magikland
Magikland
Magikland


Dafür im Gegenzug aber reichlich vorhanden war eine Unzahl von Schulkindern, die sich im Park tatsächlich vergnügten, allen voran beim Anstehen für die Fahrgeschäfte, leider auch für die Achterbahn Montanha Mágica. Der Wartebereich war jedoch an sich sehr überschaubar, dennoch dauerte es etwa eine halbe Stunde bis die zwei kurzen Zickzacks überwunden wurden und man vor dem Drehkreuz der Station stand. Neben den eh vordrängelnden Kindern lag dieses an der sehr raschen Liftgeschwindigkeit.

 

Endlich im Zug platzgenommen geht es mit ein wenig Geruckel in Richtung des Lifthügels, wo man folglich einige Zeit verbringt. In Form einer Acht absolviert man nun den First Drop und eine anschließende Wende, bevor man sich in einer weiteren Rechtskurve einer längeren Geraden nähert. Der Übergang dessen fährt sich erstaunlich ruppig, die Gerade an sich durch die erhöhte Geschwindigkeit ganz nett. Eine weitere Rechtskurve später wird ein Camelback angedeutet, der sich aber nicht besonders fährt. Nach einer weiteren Kurve erreicht man dann die Bremsstrecke und dümpelt so langsam der Station entgegen.

 

Für einen Park wie dem Magikland ist eine solche Anlage von L&T Systems sicherlich die richtige Wahl, zumal man sie aus dem ehemaligen Bracalândia übernommen hat, jedoch versteh ich nicht wie man sie, trotz vorhandenen Besucherandrangs so verkommen lässt. Die Fahrt ist durch den Zustand des Zuges ein wenig ruckelig, aber im Grunde nicht schlecht. Auf Grund der langen Wartezeit jedoch fand keine weitere Fahrt mehr statt, sei es nun auf der Achterbahn, oder den weiteren spärlich gesäten Anlagen des Parks.


Montanha Magica (Magikland)
Montanha Magica (Magikland)
Montanha Magica (Magikland)
Montanha Magica (Magikland)
Montanha Magica (Magikland)


Das Magikland selbst ist keineswegs klein und im Grunde nicht schlecht gestaltet, dennoch ist das Vorhandene an vielen Ecken schlichtweg nicht gepflegt oder gar nicht erst erreichbar. Warum man seine Wildwasserbahn abgerissen hat und dafür eine kleine Kinderwildwasserbahn in einem abgesperrten Bereich einfach nicht betreibt bleibt mir ein Rätsel. Die restlichen Attraktionen des Parks sind eine Geisterbahn, ein Riesenrad, ein Hully Gully Verschnitt, eine Westerneisenbahn auf Pinfarischienen und ein paar kleinere Kinderfahrgeschäfte und somit im Grunde nichts was den höheren Eintrittspreis rechtfertigt. Wer einen ähnlich gestalteten Park mit deutlich mehr Auswahl und Qualität besuchen möchte kann in Deutschland auch in den Magic Park in Verden gehen und selbst das macht man wohl nur einmal im Leben.

Auf zur Algarve


Interessanter Weise waren in Portugal, wo sich bereits Sprit- wie auch Eintrittspreise in Kleinparks als höher herausstellten, die Preise bei McDonalds deutlich geringer. Nach etwas Überlegungen über die weitere Vorgehensweise entschied ich mich zur Mietwagenstation von Internationalcar zurückzukehren und den Umstand zu melden, welcher scheinbar sogar sehr gut bekannt war. Mit der Versicherung, dass ich nicht für diese Situation belastet werde und einem gewissen Gefühl der Zufriedenheit ging es nun auf den direkten Weg in Richtung der Algarve.

 

Dort angekommen übernachtete ich für zwei Nächte im Hotel Pinhal do Sol, etwa 1.5 km vom Aquashow Park in Quarteira entfernt. Zwar war das Zimmer dort sehr geräumig und das Bad groß, jedoch war das Bett alles andere als komfortabel. Das Frühstücksbuffet blieb hinter den Erwartungen zurück, weswegen das Hotel wegen seines günstigen Preises sicherlich nur als gute Lösung für einen kurzen Aufenthalt dienen sollte.


Hotel Pinhal do Sol Albufeira
Hotel Pinhal do Sol Albufeira
Hotel Pinhal do Sol Albufeira