Luftige Wortspiele in Alton Towers


In mitten einer recht hügeligen und zugleich wunderschönen Region gelegen befindet sich, mittem im Nirgendwo, der wohl bedeutsamste Freizeitpark Englands. Um die alte Burgruine und dessen Gärten herum entstand im Laufe der letzten drei Jahrzehnte ein Freizeitpark welchen man schlicht und ergreifend gesehen haben muss.

 

Im Gegensatz zu vergleichbaren Freizeitparks wie Efteling oder dem Europa-Park zeigt Alton Towers seine Pracht leider nicht schon beim Eingang, welcher durch seine schlichte Art und Weise einfach nicht ins Gesamtkonzept passen will. Selbst die Aufwertung des Vorplatzes durch die Korkenzieher der ehemaligen Achterbahn Corkscrew schafft es nicht die Vorfreude der Besucher zu erhöhen.


Alton Towers
Alton Towers
Alton Towers


Betritt man den Park wird man relativ schnell mit der Frage konfrontiert in welche Richtung man doch gehen sollte. Dieses wird durch die Early Entry erneut verstärkt, immerhin gibt es in dieser Zeit nur eine handvoll fahrtüchtiger Attraktionen.

 

Folgt man den Weg nach links kann man, sofern der SkyRide, die Seilbahn des Parks, fährt schnell mal eben ins Forbidden Valley fahren bzw. dem Cloud Cuckoo Land einen Besuch abstatten. Sollte man das Vergnügen haben an einem leeren und somit vor einer geschloßenen Station zu stehen empfielt es sich den Weg weiter in den Bereich Mutiny Bay zu folgen.

 

Die Battle Galleons sind als Splash Battle in einer leicht abgewandelten Form auch im Soltauer Schwesterpark Heide-Park zu finden und so wundert einen die Musikuntermalung nur sehr wenig. Der Nässegrad ist trotz des eher kälteren Wetters noch vorhanden, immerhin schraubt man hier die Außenkanonen für die Lowseason einfach ab, wie es beispielsweise in Rust zelebriert wird.

 

Die weiteren Fahrgeschäfte in diesem Bereich sind sehr familienfreundlich und so kann man neben einem Zierer Kontiki noch eine Teetassenbahn mit Tassen in Form von Pulverfässern fahren. Aber auch die Piratenshow, sowie das Sea Life Sharkbait Reef sind ideal um die Familie zu unterhalten. Glücklicher Weise ist das Aquarium nicht so klein wie die Versionen aus den Legoländern oder manches deutsches Zentrum. Von der Wahl und Anzahl der Tiere kann man es gut mit der Version aus Chessington World of Adventures vergleichen, wobei es hier glücklicher Weise nicht die Zeltoptik teilt.

 

Mit der Wildwasserbahn the flume hat es der Park geschafft eines der originellsten Themen für eine Wasserattraktion zu kreieren. Hier geht es in jeglicher Hinsicht ums Baden, was dem Nässegrad der Anlage auch sehr gerecht wird. Quietscheentchen und ein mehr als genialer Soundtrack runden die Anlage ab, welche leider stark sarnierungsbedürftig ist. Die Fahrt selbst beginnt relativ unspektakulär, immerhin kurvt man nach der ersten, noch recht trockenen, Schussfahrt einige Meter in mitten eines Waldes herum. Nach erklimmen des zweiten Lifthügels findet man sich nun inmitten eines Hauses wieder, so dass die zweite Schussfahrt in völliger Dunkelheit absolviert wird. Nachdem man dem riesigen Entchen begegnet ist verlässt man nach etwas rumgekurve wunderbar durchnässt das Haus. Ein weiterer Lifthügel bringt einen auf die Höhe der finalen Schussfahrt, welche die Badewanne erneut mit den vorgesehenen Wassermengen füllt. Sollte man entgegen jeglicher Hinsicht noch trocken sein verhelfen die Duschen am Ende der Fahrt gerne Abhilfe.


Alton Towers
Sea Life (Alton Towers)
Sea Life (Alton Towers)
The Flume (Alton Towers)


Im Gegensatz zu the flume geht es bei den Congo River Rapids wie zu erwarten trocken zu. Im Gegensatz zu Drayton Manors Splash Canyon besteht hier nicht einmal ansatzweise eine Stelle an der man wirklich nass werden kann. Auch wurde die Anlage deutlich mehr auf Kapazität ausgelegt als beispielsweise die Raftinganlage Mountain Rafting aus dem Schwesterpark Heide-Park, immerhin besteht auch hier keine Möglichkeit des Überholens der Boote. Gestalterisch bietet das Rafting eine schöne Station, jedoch war es das leider schon. Wo im Heide-Park an den Wellenanlagen wenigstens noch Steine das Überholen verhindern wurde hier deutlich mehr Metall eingesetzt, was durch die Catwalks doch eher suboptimal aussieht. Wirklich hervorhebenswert ist jedoch die Interaktion mit dem Runaway Mine Train.

 

Der Powered Coaster Runaway Mine Train ist eine recht besondere Anlage dieses Typen aus dem Hause Mack. Sobald die Anlage nach der ersten Helix nicht nur an Höhe, sondern auch an Geschwindigkeit gewinnt geht es nach einigen Hügel eine Steilkurve hinunter. Es folgen zwei Helixen und besagte Stelle an der man mit der Raftinganlage interaggiert bevor man nach einer kleinen Kurve durch die Station saust und die zweite Runde beginnt. Durch die Stimmung die hier an der Anlage durch das Personal und durch das gegenseitige jubeln zwischen den Insassen der vorbeitreibenden Raftingboote und der Zuginsassen erzeugt wird ist einfach nur wunderbar, würde aber so in Deutschland nicht funktionieren.

 

Genauso stimmungsvoll, aber um einiges düsterer zeigt sich Duel, ein interaktiver Darkride bei dem Zombies das Haus eines Wissenschaftlers, welcher gerne mit den Tod experimentiert hat, übernommen haben. Die Anlage selbst basiert auf der ursprünglichen Themenfahrt Haunted House, welche hier durch einige Änderungen aufgepeppt wurde.  Besonders erwähnenswert ist dabei das Fahrsystem mit dem man sich seinen Weg durch das schlichtweg riesige Gebäude bahnt, denn gerade durch die Einzelwagen gelingt es eine schaurig schöne und vorallem gruselige Atmosphäre zu erzeugen. Die Effekte die während der Fahrt ausgelöst werden sind genial und schaffen es sogar einen eiskalt zu erschrecken, was gerade durch die Konzentration auf die Ziele verstärkt wird. Duel bietet ein Geisterbahnerlebnis mit einer Storyline, welche sich nicht sonderlich ernst nimmt und dabei überzeugen kann ohne kitschig zu wirken, die dazu gehörige Musik unterstreicht diesen Aspekt vollzüglich. Im Grunde die einzige Schwachstelle an der Anlage sind die Pistolen ansich, welche auf Dauer nicht gut zu halten sind, ansonsten gehört die Bahn eindeutig zu den besten ihrer Art, was gerade durch die von Sally erbauten Anlagen aus Walibi Belgium und Terra Mitica nicht ganz so einfach ist.


Congo River Rapids (Alton Towers)
Runaway Mine Train (Alton Towers)
Alton Towers
Duel (Alton Towers)


Vorbei an der diesjährigen Neuheit Nemesis Subterra, einem Indoor-Freefall aus dem Hause ABC-Rides, welcher während der Besuchstage nur sporadisch bzw. auf Grund von Arbeiten garnicht lief geht es zu der Achterbahn, welche seit Jahren jeden Schüler aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein auf Grund ihres Englischschulbuchs bekannt sein dürfte, zu Nemesis.  Viele Achterbahnfans schwören auf diese Achterbahn, welche aus marketing technischer Sicht als intensivste Achterbahn schlechthin gilt, aber eines vorweg: Nemesis ist nicht Batman!

 

Die Fahrt beginnt mit einem vergleichbar eher kleinen Lifthill, aus welchen man schwungvoll entlassen wird. Ganz untypischer Weise folgt nun mit einem Korkenzieher eine Inversion, die man eher gegen Ende eine Achterbahn erwartet. Die Ausfahrt aus diesem Element mündet in eine Helix, die man wirklich als intensiv bezeichnen kann, immerhin pumpt sie ordentlich das Blut in die Füße, jedoch nicht in dem Ausmaß wie es die Batman Achterbahnen an der vermeintlich harmlosesten Stelle machen. Daraufhin wird man in einer Zero-G Roll das zweite Mal kopfüber gestellt um danach eine recht langweilige Wende in den Looping zu vollziehen. Dieser Fährt sich glücklicher Weise so wie es sich für einen Looping gehört und mündet nach einer weiteren Wende in der letzten Inversion. Kurz darauf sind die Bremsen auch schon wieder erreicht, was Nemesis zu einer guten und vorallem knackigen, wenn auch recht kurzweiligen Fahrt macht. Vom Fahrvergnügen ansich ist sie in etwa mit dem Monster aus dem französischen Walygator zu vergleichen, reicht aber leider nicht an Batman la Fuga aus dem spanischen Parque Warner heran.


Nemesis Subterra (Alton Towers)
Nemesis (Alton Towers)
Nemesis (Alton Towers)
Nemesis (Alton Towers)
Nemesis (Alton Towers)


Nur einige Meter weiter kann der Park einen Prototypen sein Eigen nennen, bei dem es ziemlich luftig umher geht. Anzumerken ist dabei, dass Air nicht der erste Flying Coaster ist, sondern nur die erste Anlage des Herstellers, denn hier war Vekoma mit Stealth aus dem Paramount Park California's Great America deutlich schneller.

 

Sobald man die flauschige Wartezeit, in einem für Merlin Entertainment doch eher kahlen und langweiligen Wartebereich, hinter sich gelassen hat wird man in seine Sitzreihe eingewiesen und das luftige Erlebnis kann beginnen. Nachdem man sich von einer Leuchte am Boden vor dem Lift hat blenden lassen geht es auch schon aufwärts, jedoch mit einem kleinen Stopp im Lift, so dass man noch irgendwelchen Leuten winken kann, die sich schaulustig unter diesen gestellt haben. Die erste Abfahrt bringt einen den Boden schon wieder etwas näher bevor man kurzerhand auf den Rücken gedreht wird und eine recht lange Passage auch so bleibt. Das Gefühl dabei ist sehr surreal und daher einfach genial, vor allem wenn man bei der ersten Fahrt denkt den Bäumen doch recht nah zu sein. Eine Wende weiter absolviert man eine komplette Rolle, bevor man dann in den letzten Kurvenwechseln den umherstehenden Steinen doch recht nahe kommt. Air ist im Gesamten gesehen ein wunderbar intensives Fahrvergnügen mit kleinen floating Airtimemomenten, tollen Close Calls und ein grandioses Setting. Sollte man das Vergnügen haben des Öfteren in der ersten Reihe zu fliegen so wird man sicherlich die Bahn ziemlich schnell zu schätzen wissen, aber auch in den anderen Reihen ist das luftige Fahrvergnügen vorhanden, wenn auch durch die etwas eingeschränkte Sicht leicht getrübt.

 

Die Attraktionen Blade und Ripsaw runden den Forbidden Valley getauften Bereich ab. Wo die Schiffschaukel Blade neben seinen Aussehen und seiner Lage im Tal der ehemaligen Achterbahn Thunder Looper, einem Schwarzkopf Shuttle Loop, kaum Besonderheiten bietet kann Ripsaw sein volles Potential nutzen. Der TopSpin Ripsaw gehört zu den wohl best bekanntesten Vertrettern seiner Gattung, was jedoch nicht an seinen Fahrprogrammen liegt. Ripsaw macht in der Regel nass und das in einer Art und Weise die Ramses Revenge aus Chessington World of Adventures in den Schatten stellt. Leider wurde an dem Besuchstagen kaum mit den Wasser gespielt, so dass man zwar nass aus der Anlage herausgegangen ist, jedoch nicht klatschnass.


Air (Alton Towers)
Air (Alton Towers)
Air (Alton Towers)
Ripsaw (Alton Towers)


Sollte man das Vergnügen haben auf die Seilbahn zu verzichten kann man entweder um die Gärten herum oder durch sie durch laufen. Aus vielerlei Quellen hört man das eine Durchquerung der Gärten zeitaufwendig sei und man sich leicht verlaufen solle, sofern man den Wegweisern nicht mehr folgt. Das diese Quellen unrecht haben kann man gut erkennen, sofern man die recht kurze Strecke mit der Seilbahn absolviert hat. Die Gärten selbst sind in einem Tal angelegt und können in kurzer Zeit, sofern man den Ab- und Anstieg nicht scheucht, durchquert werden. Auch wenn man sich die Gärten etwas genauer ansieht braucht man nicht sehr viel Zeit um alles gesehen zu haben, sich dabei zu verlaufen ist ziemlich unmöglich.

 

Eine weitere interessante Attraktion befindet sich einem der Seitentrakte der Towers, der alten Burgruine des Parks. Mit Hex the legend of the towers hat Vekoma ein Meisterstück einer Hexenschaukel geliefert, welches allein durch seine Storyline die Besucher in seinen Bann zieht. Dabei ist die Geschichte nicht weit hergeholt, immerhin handelt es sich im Grunde nur um eine aufgepeppte Version einer lokalen Legende. Der Fluch der die Chained Oak zur Folge hatte steht hier im Mittelpunkt, nur das Ende bei dem der Earl of Shrewsbury an dem ersten abgefallenen Zweig der Eiche in einem gut verstekten Labor herumexperimentierte ist neu. Die musikalische Untermalung, welche sich als Leitmotiv durch die Attraktion zieht, ist einfach genial, genauso wie die Stimmung die durch die hochqualitativen Pre-Shows erzeugt wird.


Alton Towers
Alton Towers
Alton Towers


Nachdem man Hex verlassen hat befindet man sich im Innenhof des alten Gemäuers wieder. Einige Meter weiter kann man das Cloud Cuckoo Land besuchen, der wohl schwächste Bereich des Parks. Hier finden sich neben einigen Attraktionen für kleinere Kinder das 4D Kino des Parks, der Wellenflieger Twirling Toadstool, welcher leider keine Wasserfontänen wie Chessington World of Adventures Monkey Swinger aufweisen kann, sowie die Themenfahrt Charlie and the chocolate Factory.

 

Die Themenfahrt bringt einen das moderne Märchen von Roald Dahl gut näher und verläuft dabei in zwei Abschnitten. Auf dem ersten Abschnitt begleitet man Charlie und die bis dahin noch vorhandenen Kinder auf ihrer Bootsfahrt durch die Schokoladenfabrik, welche bekanntlich nach und nach ihrem verzogenen Verhalten zum Opfer fallen. Als nur noch Charlie übrig ist geht es im Fahrstuhl weiter, welcher eine der besten Simulationen ist, die man trotz der animierten Charaktere und Landschaft, erleben kann. Das Erlebnis selbst entspricht der Vorlage und kann überzeugen.

 

Im 4D Kino wird in diesem Jahr der Film Ice Age 4D gezeigt, wo man einen schlechten Mitschnitt aus dem bis dato wohl besten Ice Age (Ice Age 3 - Die Dinosaurier sind los) Film gezeigt wird. Die Story wurde auf alles grundliegende, wo man noch ein paar Effekte einbauen konnte, gekürzt, was leider auch den Flachwitzen, die den Teil ausmachten, zum Opfer fiel. Der Mitschnitt selbst ist daher ein schlechter Scherz, der in einem anderen Park leider dazu gesorgt hat das Shrek 4D, der bis dato beste 4D Film, nicht mehr gezeigt wird. Für Alton Towers selbst mag der Film selbst eine Bereicherung ergeben, jedoch hätte man auch gerne darauf verzichten können.


Alton Towers
Alton Towers
Alton Towers
Alton Towers


Im Dark Forest gelegen befindet sich mit Th13teen die neueste Achterbahn des Parks. Als ultimative, zugleich angsterregendste Achterbahn, umworben zeigt sich die von Intamin erbaute Anlage als ideale Familienachterbahn, welche es schon schafft die jüngsten Fahrgäste gut zu erschrecken.

 

Die Fahrt ansich beginnt rasant bevor es dann den Lift hinaufgeht. Die darauf folgende Abfahrt schafft es ordentlich Geschwindigkeit aufzubauen, jedoch stört die integrierte Reduzierbremse ein wenig, da man die Verzögerung deutlich merkt und die Umschwünge nur noch rasant durchfahren werden und nicht mit sehr ausgeprägter Airtime. Sobald man den zweiten Lift bezwungen hat geht es in die Gruft hinein um dann durch den Boden zu krachen. Zum ersten Mal hat wurde in einer Achterbahn ein Freifallelement gebaut, welches trotz der geringen Höhe durchaus überzeugen kann. Nach dem Fall geht es rückwärts in Form einer überdimensionieren, zugleich aber schlichtweg genialen, Bayernkurve wieder hinaus aus der Gruft um dann mit voller Kraft der Reibradmotoren in Richtung der Station gebracht zu werden.

 

Rita Queen of Speed wurde in Folge der Umstrukturierung in Rita umbenannt und zeigt sich nun in einem deutlich düsteren Gewand. Eine Aura wie der von Stephen Kings Christine umgibt nun die Züge der Anlage, welche nun als Fluchtwagen dienen. Vor was man jedoch flüchtet ist völlig unrelevant, de facto sollte man jedoch flüchten.

 

Die Anlage selbst dient als Vorlage für die Katapultstartachterbahn Desert Race aus dem Heide-Park Soltau, unterscheidet sich aber in einigen Details. So ist die Abschußstrecke hier nicht nur länger, sondern leitet auch etwas gemächlicher in die erste Kurve ein. Die nachfolgenden Hügel bieten wunderbar ausgeprägte Airtime bevor es dann auch schon wieder in die Bremse geht. Im Vergleich zur Schwesterachterbahn wirkt Rita etwas gemächlicher, kann aber durch die Wege unterhalt der Anlage zumindest gestalterisch mehr überzeugen. Da sich die Warteschlangen an der Anlage sehr schnell füllen, was bei der Abfertigung der Anlage im Vergleich zum benachbarten Th13teen kein Wunder ist, empfielt es sich die Anlage möglichst früh zu fahren oder sich einen Fastpass zu besorgen.


Rita (Alton Towers)
Rita (Alton Towers)
Rita (Alton Towers)
Rita (Alton Towers)
Th13teen (Alton Towers)


Auf der anderen Seite der Towers befindet sich der X-Sector, ein Themenbereich rund um die Konzeptachterbahn Oblivion. Der weltweit erste Dive Coaster bietet ein Fallerlebnis der besonderen Art, immerhin erwartet einen das Loch. Der Rest der Strecke ist dann relativ unrelevant, auch wenn der Umschwung mit 90° Querneigung schön zu fahren ist. Bei Oblivion geht es im Grunde nur um den Fall und dieser kann trotz dem vergleichsweise kurzem Halt überzeugen und ist dabei noch recht erfrischend. Leider wird die Ausstrahlung der Anlage durch den Ausgang massiv getrübt, da man sich erst einmal seinen Weg durch eine Arcade bannen muss.

 

Die weiteren Attraktionen in diesem Bereich sind eine HUSS Enterprise und ein Chance Double Inverter. Die Enterprise getaufte Anlage wurde wirklich genial platziert und kann im Gegensatz zu anderen Anlagen dieser Art tatsächlich eine Neigung von 90° aufweisen, was sich fahrtechnisch zwar nicht bemerkbar macht, optisch jedoch ungewöhnlich ist. Der Inverter mit Namen Submission ist für Europa ein sehr besonderes Fahrgeschäft, immerhin gibt es bisweilen nur eine zweite Anlage im französischen Walibi Rhône-Alpes zu bestaunen. Fahrtechnisch ist die Anlage recht kurios, kann aber durchaus gefallen. Je weiter man innen sitzt, desto ausgeprägter ist das Fahrgefühl bei dem schon so recht seltsamen Fahrablauf.

 

In der Nähe des Einganges befinden sich die drei Themenbereiche Adventure Land, Storybook Land und Old MacDonald's Farmyard. Diese drei Bereiche kann man als die bessere Kinderecke des Parks bezeichnen, immerhin gibt es hier interessante und schön gestaltete Attraktionen.

 

Neben einen Karussel und einer Traktorfahrt kann man auf Old MacDonald's Farm noch die Macksche Kanalfahrt Riverbank Eye Spy testen. Diese Fahrt bietet ein ungewöhnliches Feature und kann dadurch als interaktive Themenfahrt angesehen werden, auch wenn leider nicht jeder Knopf funktioniert.

 

Der Squirrel Nutty Ride im Storybookland ist eine schöne Hochbahn mit einem stellenweise recht seltsamen Fahrablauf. Wie auch bei Air sollte man beim Einstieg auf seinem Kopf achten, da man sich doch schnell stoßen kann.

 

Die letzte Achterbahn ist dem Knight of the wind gewidmet. Ursprünglich als Spinball Whizzer eröffnet schreibt sich die Anlage nun ganz dem in England sehr populären Videospielhelden Sonic the hedgehog aus dem Hause Sega zu. Auch thematisch ist die Wahl durchaus sinnvoll und nachvollziehbar, immerhin haben sehr viele Sonic-Titel eine Verbindung zu dem Thema Flipper. Leider ist die Gestaltung nur minimalistisch gehalten und die Musik nur im Eingangsbereich der Anlage zu hören, was Schade ist, denn immerhin sind die Titel von Crush40 und Co. schlichtweg genial.

 

Die Fahrt auf der riesigen Pinballanlage hällt was sie verspricht und bietet eine Fahrt die nur von Dragons Fury aus Chessington World of Adventures getrumpft werden kann. Als relativ bizarr anzusehen ist der Part vor dem Lifthill der durch seine freigegebene Drehung die Wagen in eine unkonservative Ausgangslage vor dem Lift bringt. Der restliche Fahrablauf ist rasant und manchmal recht abrupt, was gerade dem Teil nach dem großen Immelman Turn zu gute kommt. Erstaunlicher Weise ist die Abfertigung der Anlage sehr flott, was einem nach Tarantula aus dem spanischen Parque de Atracciones de Madrid verwundert und einen zu mehreren Fahrten quasi einlädt.


Oblivion (Alton Towers)
Submission (Alton Towers)
Sonic Spinball (Alton Towers)
Sonic Spinball (Alton Towers)


Alton Towers ist einer der besten europäischen Freizeitparks und kann durch seine wunderschöne Lage überzeugen. Die Wege die man während des Besuchstages hier absolviert reichen in seiner Gesamtheit nicht an den niederländischen Park Efteling heran, was einen bei so manch einer Meinung doch sehr verwundern kann. Auch stellte sich einiges im Bezug zu diesem Park als stark übertrieben heraus, anderes wurde aber bestätigt, was einem doch sehr zu Gute kam. Im nächsten Jahr wird mit SW7 der X-Sector glücklicher Weise aufgewertet, da sich der Weg in diese Sackgasse zwar lohnt, aber nicht immer einen Sinn ergibt.

Abflug zurück nach Hamburg


Da die Lufthansa frühzeitig über einen späteren Abflug informiert hatte konnten wir gut drei Stunden länger im Park bleiben, da die Busverbindung von Alton Towers nach Stoke-on-Trend nicht so oft stattfindet. Mit Virgin und dem Transpennine Express ging es dann zurück zum Manchester Flughafen.

 

Wie auch beim Hinflug war beim Flughafen kaum Betrieb, weshalb auch die Kontrolle relativ zügig voranging. Der Manchester Flughafen selbst ist ein recht seltsamer Flughafen, wo man bis zu den Gates ersteinmal durch eine riesige Passage mit Kaufhauscharakter, statt den üblichen Boutiquen marschieren durfte. Am Ende dieser Kaufmeile finden sich die Restaurants mit besten Blick auf das Flughafengeschehen.

 

Obwohl das Boarding etwas später als geplant stattfand waren wir pünktlich in Hamburg. Leider fahren gegen 11 Uhr die Züge nicht mehr so oft, weshalb es einige Zeit dauerte bis Ich wieder zu Hause war. Durchaus zufrieden von der Tour ging es am nächsten Tag wieder zur Hochschule und für Hauke in eine Englischklausur, dessen Vorbereitung sich hoffentlich ausgezahlt hat.