Steht auf, wenn ihr in Drayton Manor seid!


In der Nähe der Stadt Tamworth in einer kleinen Ortschaft namens Drayton Bassett gelegen befindet sich der Freizeitpark Drayton Manor. Dieser oftmals, vor Allem für sein Publikum kritisierte, Park bietet einige interessante und seltene Fahrgeschäfte und kann durch seine beeindruckende Anzahl von Intamin Fahrgeschäften fast schon als Intamin Showcase genannt werden.

 

Betritt man den Park durch den Haupteingang kann man zu seiner Linken das Aushängeschild des Parks sehen mit welchem der Park seine neue Zielgruppe definiert. Das Thomas-Land besteht aus mehreren kleinen Attraktionen zur beliebten Kinderserie Thomas und seine Freunde.


Drayton Manor
Drayton Manor
Drayton Manor
Troublesome Trucks (Drayton Manor)


Zu den größeren Fahrgeschäften in diesem Bereich zählt eine passend gestaltete Zugfahrt welche ihre zweite Station im Zoobereich des Parks hat, sowie die kleine Gerstlauer Achterbahn Troublesome Trucks Runaway Coaster. Die Fahrt an sich beginnt mit einigen Kurvenwechseln bevor man endlich den Lift erklimmt um die rasante Fahrt einzuleiten, welche unter anderem einen sehr lustigen Umschwung aufweisen kann. Für Kinder ist diese Junior Coaster Anlage ideal und bietet dabei eine hervorragende Laufruhe.

 

Gegenüber dem Thomasland kann man der ersten Intaminanlage einen Besuch abstatten. Das Maelstrom benannte Fahrgeschäft vom Typ Gyroswing kann man am besten als eine HUSS Giant Frisbee auf Extasy bezeichnen. Die Brachialität mit der die Anlage beschleunigt ist kaum mit einer artverwandten Anlage zu vergleichen, nur leider ist weder die Drehung des Gondelträgers, sowie die Airtime nicht so ausgeprägt wie bei einer Zamperla Giant Discovery.

 

Erstaunlicher Weise erst einige Jahre nach dem Gyro Swing wurde die Schiffschaukel des Parks gebaut. Auch hier handelt es sich um eine von Intamin erbaute Anlage, welche den Produktnamen Bounty übernommen hat. Wie auch die Drehschaukel beschleunigt die Anlage ziemlich rasant kann aber leider nicht die Kräfte der gleichnamigen Schiffschaukel des Heide-Parks, vor Ihrer Verstümmelung durch HUSS, aufweisen.


Maelstrom (Drayton Manor)
Maelstrom (Drayton Manor)
Bounty (Drayton Manor)
Drayton Manor


Neben einem typisch englischen Pferdekarussel kann man eine recht interessante Rundfahrt mit den altbewährten Chance C.P. Huntington Zügen absolvieren. Während der Fahrt bekommt man nicht nur gute Eindrücke von den Hauptattraktionen Shockwave, Stormforce 10, Splash Canyon und G-Force, sondern erfährt auch das der Park früher mal ein Wirstband System vorweisen konnte.

 

Die letzte Attraktion des als Fisherman's Wharf bekannten Parkteil, zudem man zumindest gestalterisch auch Maelstrom, Shockwave und die darunter liegende Raftinganlage zählen könnte, bildet die Wasserbahn Stormforce 10. Hat man die schön gestaltete und, typisch englisch, viel zu lange Queueline überwunden findet man sich in der für eine Wasserbahn recht hoch gelegenen Station wider.

 

Nachdem man in den Booten Platz genommen kann die Fahrt auch schon beginnen. Freudig der ersten Schussfahrt immer näher rückend wird man kurz zuvor angehalten und hinter sich schließt sich ein Tor. Der nachfolgende Effekt kommt absolut unerwartet und überraschend daher und endet wie zu erwarten im kühlem Nass. Vorbei an Wasserfällen geht es in Richtung der zweiten Auffahrt, wo an dessen Ende der Drehteller wartet, um den kurzen und fiesen Rückwärtspark einzuleiten. Das Fiese dabei ist jedoch nicht der Nässegrad, sondern die Wucht mit der das Boot gebremst wird, weshalb die Fahrt definitiv nicht für jemanden mit einem schwachen Rücken geeignet ist. Nachdem man wieder gewendet wurde und die Station unterquert hat geht es auch wieder in luftige Höhen hinaus um dann im Schneckentempo irgendwann zum Doppeldrop zu gelangen, welche die Anlage würdevoll seinem Ende näher bringt.

 

Die von Bear Rides erbaute Anlage sollte man am besten als eine Wildwasserbahn betrachten, denn den Nässegrad eines Spillwaters bzw. Shoot the Chutes sollte man hier nicht erwarten. Bedenken sollte man hierbei jedoch das englische Wildwasserbahnen in der Regel überdurchschnittlich Nass im Vergleich zu deutschen Anlagen sind. 

 

Erwartet trocken geht es in der Raftinganlage Splash Canyon zu, welche lustiger Weise die Mitfahrer vor einer durchnässenden Fahrt warnt. Die Anlage selbst ist recht schön gestaltet und kann, ähnlich wie Thorpe Parks Rumba Rapids, ein sehr ausgeprägtes Wellenbecken aufweisen. Sollte man das Glück haben von einem der zahlreichen Stormschnellen befeuchtet zu werden so kann man sich sicherlich auch über die Wasserstrahldusche gegen Ende der Fahrt freuen, sofern diese einen überhaupt erwischt.


Splash Canyon (Drayton Manor)
Stormforce 10 (Drayton Manor)
Stormforce 10 (Drayton Manor)


Einige Meter über dem Drehteller der Raftinganlage befindet sich die Station des einzigen Stand-Up Coasters in Europa. Nachdem man die schön gestaltete Queueline mit all seinen Treppen hinter sich gelassen hat und gerade ein Zug zur Verfügung steht darf man auf irgendeine Art versuchen seinen Sitz zu besteigen, was gerade bei kleineren Kindern recht lustig anzuschauen ist. Nachdem sich der Sitz langsam gesenkt hat, so dass man wieder auf seinem Füßen steht und der zwei geteilte Bügel, wie auch die Stehreihe, arretiert ist bewegt man sich auch schon gemächlich dem Lift entgegen.

 

Der recht seltsame First Drop endet in einem schön intensiven Looping, woraufhin einem in der Zero-G Roll versucht wird den Boden unter den Füßen zu entziehen. Das Gefühl über eine Raftinganlage eine Rolle zu vollziehen ist schlichtweg genial, zumal es die Angst während der Fahrt irgendetwas aus den Taschen zu verlieren drastisch erhöht. Die zwei darauf folgenden Korkenzieher bilden den krönenden Abschluß einer rundum ausgewogenen Fahrt, welche nicht länger sein dürfte. Das Fahrgefühl ist wirklich mal was anderes und so ist es doch recht Schade, dass es nur eine einzige Anlage dieser Art in Europa gibt. Auf Grund der leeren Warteschlangen während des Besuchs fanden die Fahrten auf Shockwave leider nur in der ersten Reihe statt, weshalb das Fahrgefühl der anderen Reihen nicht in die Bewertung einfließen konnte.


Shockwave (Drayton Manor)
Shockwave (Drayton Manor)
Shockwave (Drayton Manor)
Shockwave (Drayton Manor)
Shockwave (Drayton Manor)


In direkter Nähe befindet sich eine Achterbahn aus deutscher Produktion, welche leider keine Einheit mit den umgebenden Attraktionen bildet, sondern etwas ganz anderes darstellt und somit die Grundlage für den Themenbereich Action Park bildete. Die musikalische Untermalung in der Warteschlange, welche das Bodenniveau des Stationsgebäudes einnimmt, ist überragend und schafft eine hervorragende Einheit mit der Achterbahn. Sobald man die Treppen hinter sich gelassen hat kann man in den Maurer Söhne X-Cars Platz nehmen und bei Bedarf einige Minuten auf seine Mitfahrer warten.

 

Nachdem man die erste Abfahrt hinter sich gelassen hat geht es den seltsam geformten Lift hinauf um dann eine noch seltsamere, aber geniale, Abfahrt zu absolvieren. Auf den darauf folgendem Hügel kann man schön ausgeprägte Airtime erleben, bevor die kubanische Acht die Fahrt abrundet. Entgegengesetzt zu dem Sky Wheel aus dem Skyline Park oder Abismo aus dem Parque de Atracciones de Madrid bietet G-Force eine rundum zufriedenstellende Fahrt, welche darüberhinaus eine sehr hohe Laufruhe vorweisen kann. Leider besteht auch hier das Problem mit den Bügeln, welche sich ab und zu ziemlich unangenehm den menschlichen Körper anpassen.


G-Force (Drayton Manor)
G-Force (Drayton Manor)
G-Force (Drayton Manor)
G-Force (Drayton Manor)


Etwas abseits gelegen befindet sich die Bootsthemenfahrt Pirates Adventure aus dem Hause Mack Rides. Die Fahrt selbst ist schön gestaltet, jedoch fehlt es, wie dem meisten Piratenthemenfahrten an dem gewissen etwas, was so auch nur Disney zu schaffen vermag ist. Leider sind die Effekte eher spärlich gesetzt, die Beleuchtung an manchen Stellen zu dunkel und die Musikuntermalung ist so wenig dominant, wie die unverkleidete Hallendecke hervorsticht.

 

Die neueste Achterbahn des Parks bildet die kleinste Boomerang Variation aus dem Hause Vekoma, welche ganz der Cartoon Network Serie Ben10 Alien Force gewidmet ist. Warum man sich gerade für die zweite, weitaus schwächere Serie entschieden hat bleibt ein Rätsel, die Achterbahn jedoch kann von Beginn der Queue überzeugen. Die Fahrt ansich ist rasant und vor allem bei der Vorwärtsfahrt recht intensiv unterwegs. Der Rückwärtspart fällt dann leider doch recht sanft aus, wenn man jedoch bedenkt für wen diese Achterbahn erschaffen wurde ist dieser Umstand absolut vertragbar.

 

Vorbei an dem 4D Kino des Parks, wo in diesem Jahr ein Film über den kleinen Prinzen gezeigt wird, geht es auf einem kleinen Weg zu einem kleinen Herrenhaus, wo auch schon Forschungsteam auf uns wartet, damit wir die paranormalen Aktivitäten des Hauses etwas aus der Nähe betrachten können. Die Geschichte des Hauses wird einem durch Videoaufzeichnungen hervorragend nähergebracht, aber auch die anderen Pre-Show Räume tragen gut dazu bei. Der Hauptraum wirkt im Vergleich zu anderen Vekoma Anlagen recht klein, ist dafür recht gelungen gestaltet. Die Musik während der Fahrt ist leider leicht monoton, aber stimmungsvoll, der Drucklufteffekt der umher fliegende Fledermäuse simulieren sollte funktionierte nicht überall und der Effekt am Ende der Fahrt ist einfach nur unnötig. Im Gesamten gesehen ist the Haunting ein gutes Madhouse von Vekoma, kann aber leider nicht an das Hotel Embrujado aus dem spanischen Parque Warner heranreichen, womit es sich noch am ehesten vergleichen ließe.


The Haunting (Drayton Manor)
Ben 10 Ultimate Mission (Drayton Manor)
Ben 10 Ultimate Mission (Drayton Manor)
Ben 10 Ultimate Mission (Drayton Manor)
Ben 10 Ultimate Mission (Drayton Manor)


Besteigt man langsam den Hügel findet man neben den wunderschön gestalteten Intamin Drunken Barrels, welche zum Zeitpunkt des Besuchs leider defekt waren, die interaktive Themenfahrt Wild West Shoot Out. Diese kleine von Zamperla gefertigte Anlage bietet eine absolut lohnenswerte Fahrt, welche nicht nur sehr schön gestaltet daherkommt, sondern auch einige witzige Effekte vorweisen kann.

 

Oben auf dem Hügel befindet sich mit dem Grill Inn ein Restaurant, welches nicht nur Parkgästen offen steht und wahrscheinlich erst einige Zeit nach dem Parkschluß ordentlich zulauf findet. Auch das schöne, wenn auch von außen betrachtet eher schlichte, parkeigene Hotel kann man hier finden. Würde die Seilbahn laufen könnte man hier als Parkgast noch eine Runde Minigolf spielen.

 

Auf etwa halber Höhe der kleinen Ansteigung befindet sich der Eingang zu Apocalypse, einem der besten Freifalltürme Europas. Der 54m hohe Turm bietet fünf Spuren, wovon jeweils zwei die normalen Gondeln und die Stand-Up Gondeln mit Flur besitzen, die letzte Gondel ist eine Stand-Up Gondel ohne Flur. Für den wirklichen Freifallturmliebhaber kommen natürlich nur die Stand-Up Gondeln in Frage, verstärken sie das Fahrgefühl doch ungemein, jedoch sei gesagt, dass auch die normalen Gondeln überzeugen können. Während die Stehgondel ohne Flur einfach nur überragend ist, sind die Stehgondeln mit Flur etwas seltsam aufgebaut. Nachdem der Bügel geschloßen wurde muss man hier seinen Platz nach oben schieben, so dass man irgendwann in der richtigen Position steht.

 

Apocalypse verhällt sich ähnlich dem Freifallturm La Lanzandera aus dem Parque de Atracciones de Madrid und kann im Gegensatz zu den größeren Versionen wie Huracan Condor schlichtweg überzeugen. Der Fall ist atemberaubend und intensiv, nur leider wird die Gondel schon ziemlich früh beim Hochfahren in die Tiltposition gebracht.


Apocalypse (Drayton Manor)
Apocalypse (Drayton Manor)
Pandemonium (Drayton Manor)
Pandemonium (Drayton Manor)


Eine weitere Ebene tiefer befindet sich neben dem Riesenrad das Fabbri Pandemonium mit Namen Pandemonium. Hierbei handelt es sich im Grunde um eine schön gestaltete und deutlich größere Anlage eines Cataclysm aus gleichem Hause. Der Freiheitsgrad dieser Überkopfschiffschaukel ist wie bei der Flying Oil Pump aus dem Zoo Safari- und Hollywoodpark Stukenbrock einfach nur hoch, denn im Gegensatz zu anderen Herstellern wie HUSS oder Mondial gibt es hier keinen Beckenbügel der einen versucht durch ausreichend Druck im Sitz zu halten. Die Fahrt selbst ist  gut, könnte aber mehr Überschläge haben, hier wäre der Fahrablauf der Flying Oil Pump schlichtweg überragend gewesen. Während der Fahrt ist im Übrigen darauf zu achten nicht zu schreien, denn der Park möchte sich nicht bei seinem Nachbarn unbeliebt machen und darauf weist er auch ziemlich deutlich hin.

 

Die letzte Intaminanlage des Parks ist eine Kettenflieger Variation mit Namen Flying Dutchman. Hier fliegt man in an Stahlseilen befestigten Booten durch die Luft, was durch die Neigung der Sitze doch sehr entspannend ist.

 

Die letzte Achterbahn des Parks ist ein Zamperla Powered Coaster mit Namen Buffalo Coaster. Die Fahrt an sich ist zwar nicht sonderlich spektukalär, aber durchaus zufrieden stellen, denn so langsam wie die Anlage auf Videos wirkt ist sie dann glücklicher Weise doch nicht. Auch die Größe der Anlage wirkt auf Bilden deutlich größer als sie in Wahrheit dann doch ist.


Drunken Barrels (Drayton Manor)
Flying Dutchman (Drayton Manor)
Buffalo Coaster (Drayton Manor)
Buffalo Coaster (Drayton Manor)


Der Zoo des Parks ist recht groß geraten und befindet sich weit genug von den Fahrgeschäften des Parks entfernt. Hier kann man neben Wildtieren, wie man sie oftmals in Freizeitparks mit Tiergehegen findet, auch exotischere Tiere entdecken. Bemerkenswert ist neben der Anzahl von Eulen, das Gehege der Erdmännchen und das der Lemuren. Beide Tierarten waren recht erstaunt darüber was die anderen Tiere in ihrer Umgebung gerade so gemacht haben. Der Zoo selbst ist gut vergleichbar mit dem Zooteil aus dem Tier- und Freizeitpark Thüle, aber auch dem aus Chessington - World of Adventures.

 

Im hinteren Teil des Zoos kann man neben einem Thomas Museum, welches im Grunde nur eine größere Modelleisenbahn ist, noch einige zur Thematik passende Attraktionen finden, aber auch Drayton Manors Version von Cedar Fairs Dinosaur Alive kann hier bestaunt werden. Zwar hat man den Animatronikgedanken von Anfang an weggelassen und verzichtet darüber hinaus auf eine Upcharge Gebühr, dennoch ist der kleine Rundgang mit seinem ganzen Darstellungen durchaus seine Zeit wert und macht selbst um einiges mehr her als Niglolands Dinosaures Aventure, welcher jedoch durch Animatroniks punkten kann.


Drayton Manor
Drayton Manor
Drayton Manor
Drayton Manor


Drayton Manor selbst ist ein guter Freizeitpark mit zumindest in Europa ziemlich einzigartigen Attraktionen. Die Laufruhe aller Attraktionen ist vergleichsweise ziemlich hoch und bis auf kleinere Ausnahmen kann sich jedes Fahrgeschäft sehen lassen. Es wäre schön zu sehen wie sich der Park in den nächsten Jahren entwickeln wird, denn hier besteht eindeutig noch sehr viel Potential.

Auf zur Weathervane


Nachdem wir Tamworth verlassen hatten ging es in Richtung Derby (gesprochen im Übrigen Dorby) um dort den Zug nach Blythe Bridge zu nehmen. Sofern man keinen Fußweg von etwa einer Meile scheut hat man mit der Weathervane eine gute Ausgangslage um zu dem Freizeitpark Alton Towers zu gelangen, immerhin bietet der Ort eine Bushaltestelle der Buslinie die zum Park führt, direkt vor der Bücherei des Ortes.

 

Das Weathervane Hotel bietet für den bezahlten Preis von etwas mehr als 40 Pfund die Nacht ein schlichtweg riesiges Zimmer mit sehr bequemen Betten und einem großen Badezimmer. Zur Versorgung mit etwas Essbaren kann man im hauseigenen Restaurant speisen oder einfach den Parkplatz überqueren und bei McDonalds essen. Es besteht aber auch die Möglichkeit die Straße zu überqueren und beim 24 Stunden lang geöffneten Tesco einzukaufen. Ansonsten gibt es noch eine schön geräumige Bar in der man sich den einen oder anderen Drink gönnen kann.