Willkommen im Ghetto


Leider entschied sich die Company des Alpes kurz vor unserem Besuch dazu ihr Vorzeigemodell einer Achterbahn einfach so nicht laufen zu lassen. Zum Glück hatte ich die Ehre die Bahn im Jahre 2008 öfters zu fahren, bei Bernd und Stefan sah es leider nicht so rosig aus.

 

Im Park hat sich einiges seit meinen Besuch 2008 zum schlechteren gewandelt. Zwar lief diesmal Flashback ohne Probleme, dafür herrschte an fast allen Bahnen großes Verbesserungspotential. Positiv zumindest war das man kaum noch Rest von Vertigo finden konnte.

 

Da die Masse morgens stets stur gerade aus zu gehen vermag empfiehlt es sich den Rundgang mit einer kleinen Abzweigung zu beginnen um den wohl sanftesten aller Vekoma Boomerangs zu fahren. Folgt man den Rundgang kann man im Palais du Genie ein im Grunde schönes Exemplar eines Mad Houses fahren, wäre man bloß auf die Idee gekommen die Musik lauter zu stellen, damit man das Knarren der Wäschetrommel nicht mitbekommt.

 

Radja River hat heruntergekommen wie immer und noch immer sehr schlagbereit, als es später noch anfing etwas zu regnen sind wir diese Bahn und Flashback im Wechsel gefahren. Es gibt nur eine Stelle wo man gesoaked werden könnte, weshalb sie bei manchen Leuten aber als sehr nass deklariert wird ist mir fragwürdig.

 

Die Wildwasserbahn Flashback ist eine der besten, wenn auch eine der seltsamsten Wildwasserbahnen. Der runde Tunnel nach der ersten Abfahrt kann einen sehr gut durchnässen, vor allem die Personen welche sich vorne im Boot befinden. Während die Leute im hinteren Teil des Bootes sich bei der letzten Abfahrt Sorgen um ihre bislang trockene Kleidung machen sollten. Der Industielook der Anlage wirkt brillant und mit Turbine sehr stimmig umgesetzt, vor allem ist diese Thematisierung mal etwas anderes.


Flashback (Walibi Belgium)
Flashback (Walibi Belgium)
Flashback (Walibi Belgium)
Radja River (Walibi Belgium)


Der Darkride Challenge of Tutankhamon ist ein sehr stimmiges Produkt aus amerikanische Produktion, wo die Queue Line halbwegs versagt, dort kann die Fahrt sehr überzeugen. Die unterschiedlichen Routen, vor allem was das Ende betrifft machen die Fahrt zu einem der Besten weltweit. Das Gebäude liegt jedoch etwas abseits und kann schnell übersehen werden, vor allem wenn einem nicht erlaubt ist den kleinen Tivoli Coaster auf dessen Vorplatz zu fahren.

 

Folgt man den Rundgang vorbei an kaputten Fahrgeschäften gelangt man in den Western Bereich des Parks, wo man mit Calamity Mine eine Minenachterbahn auf einem versifften See vorfinden kann. Die Fahrtweise selbst ist sanft, jedoch ändert dieses das Gesamtbild der Bahn nur im geringeren Maße. Den angrenzenden Intamin Drop Tower Dalton Terror kann man sich sparen, vor allem da einige Spuren immer defekt sind.

 

Besonders peinlich wird es für den Park und dessen Plastikbushidogästen beim TopSpin Buzzsaw. Die Fahrt kann man gekonnt als grottenschlecht bezeichnen, die kreischenden französischen Honks machen es jedoch halbwegs amüsant. Die Gestaltung der Anlage ist nicht schlecht, aber die Gepäcksituation ist miserabel geklärt.

 

Die beiden verbliebenen Achterbahnen Loup Garou (Werwolf) und Vampire waren im Jahre 2009 um einiges schlechter als im Jahre 2008 und das soll mal einer nachmachen. Während einen die Holzachterbahn im Vorjahr noch heil ausstiegen ließ, so hat sie einen 2009 richtig schön verprügelt. Es mag an der mangelnden Pflege gelegen haben, aber so wie sie vorzufinden war hatte nur noch Bernd darauf seinen Spaß. Bei der anderen Gestalt der Nacht hat man sich erlaubt den Lifthill zu drosseln, sodass man erstens eine halbe Ewigkeit im Lift gesteckt hat und zweitens die Strecke so langsam durchfuhr das man glücklich sein konnte wieder in der Station anzukommen. Eine extrem langsame Abfertigung und Personal welches sich einen Spaß daraus gemacht hatte die Hebebühne andauernd hoch und runter zu fahren verschlimmerte das Ansehen der Bahn um einiges.


Turbine (Walibi Belgium)
Buzzsaw (Walibi Belgium)
Loup Garou (Walibi Belgium)
Loup Garou (Walibi Belgium)


Im späteren Verlauf des Tages pendelten wir nur noch zwischen Flashback, dem Darkride und Radja River. Der Park selbst hat eindeutig ein größeres Problem mit seinen Gästen als der Movie Park und ist nebenbei in einem desaströsen Zustand gewesen. Glücklicher Weise schien, dass die Company des Alpes auch begriffen zu haben und änderte so einiges zur Saison 2010 und 2011.

Auch in Gent wollte die Odyssee nicht enden


Wie auch schon am Tage zuvor gerieten wir in eine kleine Irrfahrt um unser Hotel zu finden, dieses war jedoch Baustellen bedingt gar nicht so einfach. Das Hotel selbst war deutlich gepflegter als die Niederlassung in Antwerpen und auch das Personal war sehr freundlich zu uns und bedeckte uns mit allerhand Informationen über die wohl schönste belgische Stadt, durch die wir am nächsten Tag auf der Suche nach der Autobahn eine Irrfahrt machten.