Auf den Weg nach Slagharen


Am nächsten Tag folgte eine der längsten Fahrrouten auf uns, weshalb um Punkt 5 Uhr der Motor unseres Tourmobils gestartet wurde. Die Fahrt auf welcher wir des Öfteren die Bundesländer NRW und NDS durchquerten erwies sich als relativ unproblematisch.

 

Der Attractiepark Slagharen liegt in der namensgebenden Stadt Slagharen unweit der Grenze zu den Niederlanden. Die Familie Bemboom betreibt den aus einem Ponypark entwickelten Freizeit- und Ferienpark seit dem Jahre 1963. Im Gegensatz zu späteren Projekten der Familie, wie das Dreamland in Margate, Großbritanien, Londoun Castle in Galston, Schottland und der Freizeitpark Kirchhorst unweit der Stadt Hannover entfernt ist der Attractiepark auch heute noch erhalten und bietet jährlich über einer Million Besuchern ein besonderes Parkerlebnis.

 

Neben einer stimmigen und stets präsenten Westerndekoration findet man hier vieles was man in anderen Parks heutzutage nicht mehr finden kann und den Fahrgeschäftkenner und Schätzer das Nostalgieherz höher schlagen lässt. Neumodische Fahrgeschäfte findet man, abgesehen von einem Freifallturm der Firma Fabbri, vergebens, jedoch sind die Fahrgeschäfte die in diesem Park anzufinden sind als einfach genial zu beschreiben.

 

So ist es nicht verwunderlich wenn man auf einmal vor einem der letzten Enterprise IV der Firma Schwarzkopf steht, bei denen man zum Ein- und Ausstieg das Dach öffnen muss, während man bei Huss einfach nur ein Gitter verschiebt. Der größte Unterschied zwischen den Herstellern sind die Kräfte beim Start und die unterschiedliche Sitzposition, jedoch versprechen beide Varianten eine tolle Fahrt, die auch vier Jahrzehnte nach dem Aufkommen des Fahrgeschäfttypus begeistern kann.

 

Neben einem schönen Monster II, der am Besuchstag leider nur Testfahrten absolvierte, findet man noch einen umgebauten Apollo der Firma Schwarzkopf im Park. Anstelle eines Hochfahrgeschäfts findet man sich nun im wohl genialsten Kettenflieger aller Zeiten wider. Da hier so gut wie alles Mögliche erlaubt ist, ist der Fahrspaß schlichtweg unbegrenzt und das rasante Tempo der Anlage fordert ihren Tribut dabei.

 

Auch eine Seltenheit ist das Traumboot der Firma Weber aus Bremen. Hierbei handelt es sich um eine Überkopfschiffschaukel, die jedoch nicht wie der Ranger aus dem Hause Huss gekrümmt herkommt. Die Anlage ist eine Fahrt wert, jedoch ist der Beckenbügel im ersten Moment etwas gewöhnungsbedürftig.

 

Neben der Reverchon Wildwasserbahn mit mittelmäßigen Durchfeuchtungsgrad befindet sich die Familienachterbahn Mine Train aus dem Hause Vekoma. Das Layout verspricht zumindest für die Kleinen vieles und kann dieses durchaus einhalten, nur sind die Bremsen etwas hart eingestellt, weshalb man sich lieber festhalten sollte.

 

Themenfahrtliebhaber zieht es im Ocean of Darkness mittels einer Taucherglocke in die Tiefen der See, wo nicht nur Neptun auf einen wartet. Auch wenn die Bahn leicht in die Kategorie Trash eingeordnet werden kann, so ist sie dennoch etwas ganz besonderes und sollte unbedingt ausprobiert werden. Allein der Umstand in einer Taucherglocke und somit stark eingeschränkter Sicht die schön angelegten Szenen zu betrachten ist eine Fahrt wert.


Looping Star (Attractiepark Slagharen)
Eagle (Attractiepark Slagharen)
Eagle (Attractiepark Slagharen)


Mittels der Monorail oder per Seilbahn oder gar zu Fuß kann man sich in Richtung der anderen Parkseite machen. Dort trifft man auf die einzige Großachterbahn des Parks, welche in den 70er Jahren jedem weiche Knie bescherte. Die Rede ist vom Looping Star oder auch Thunder Loop, welche heute zwar nicht mehr jeden vor Angst erzittern lässt, dafür aber für umso mehr Spaß sorgt. Hier sind die Anfänge des modernen Achterbahnbaus noch zu spüren, so sucht man zum Beispiel ein herzlinientreues Layout vergebens. Neben der fehlenden Herzlinie, die bei der einen oder anderen Stelle zu einem recht komischen Fahrablauf führt, punktet die Bahn durch hohe Kräfte, ihrem rasanten Tempo und Airtime an einer Stelle an der man sie nicht erwarten würde. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit ein Video von sich während der Fahrt auf DVD brennen zu lassen.

 

Von der Bremer Firma HUSS finden sich drei Fahrgeschäfte im Park. Neben einen wunderschönen Condor finden sich noch ein Pirat und eine Troika. Alle Fahrgeschäfte bieten eine lange, abwechslungsreiche und stimmige Fahrt.

 

Besonders erwähnenswert in diesem Parkteil ist die Macksche Rundbootthemenfahrt Wild West Adventure, welche sehr gut in Szene gesetzt wurde und im Gegensatz zu anderen Themenfahrten mit dieser Thematik nicht zu langweilig daherkommt. Die kleinen Raftinganlagenelemente innerhalb der Anlage sorgen dafür, dass die Anlage mit den meist nur staubtrockenen Raftinganlagen Europas ohne weiteres konkurrieren könnte.

 

Neben einer Teppichrutsche auf der man haften bleibt und einer kleinen Schlauchbootrutsche findet man in diesem Bereich noch einen 1001 Nacht der Firma Weber. Der ungewöhnliche Name Zwunka resultiert aus der bewegten Geschichte der Anlage, die erst im Jahre 1996 in den Park fand. Wenn man sich an den Bügel gewohnt hat bekommt man eine durchaus lobenswerte Fahrt geboten.

 

Im Übergangsbereich zwischen den zwei Parkteilen befindet sich die Mainstreet an der sich all mögliche Restaurants und Amusiermöglichkeiten finden. Aber auch ein Riesenrad aus dem Hause Schwarzkopf und ein nun als Aussichtsturm dienender Zeppelin gleicher Firma finden sich hier, wie auch ein 3D Kino und Pferdekarussell.

 

Sollte sich der Parkbetrieb einem Ende zuneigen, so kann man als Gast des Ferienparks in das parkeigene Schwimmbad einkehren, den zahlreichen Restaurant einen Besuch abstatten oder im Supermarkt einkaufen. Auch wenn man es der Größe des Parks nicht ansieht, so ist der Attractiepark Slagharen ein sehr schönes Urlaubsziel bei dem man auch gerne länger als nur einen Tag verbringen kann.

Fahrt in Richtung Venlo und Übernachtung


Nachdem wir den Park verlassen haben fuhren wir gut 200 km um in der DJH Nettetal Hinsbeck eine Nacht zu verbringen. Das Zimmer unterlag schon dem neuen Jugendherbergsstandart, sprich es war mit größeren Betten ausgerüstet. Die Anfahrt zur Herberge war unproblematisch und auch ohne Jugendherbergsausweiß konnte Stefan, der seinen irgendwie verloren hatte, ohne Probleme hier übernachten. Der große Vorteil einer deutschen Jugendherberge ist es das Wc mit Dusche direkt an seinem Zimmer angebunden zu haben, was im gleichen Preissegment bei den Hotels nur sehr selten der Fall ist, auch ist im Preis schon immer das durchaus ergiebige Frühstücksbuffet enthalten. Der Nachteil ist, zumindest für alle die ihr Bett nie selbstbezogen haben, das man sein Bett selbst beziehen muss. Das weitere Angebot der Jugendherberge, wie ein Zirkuszelt, war für uns ohne Bedeutung.