Anreise nach Barcelona


Die gut einstündige Fahrt nach Barcelona gestaltete sich nicht als sonderlich schwer, die Fahrt auf den Berg Tibidabo doch unerwartet steil, aber machbar. Von Salou selbst empfielt sich jedoch eher die Anreise mit der Bahn, da man so wenigstens etwas außer den Dächern der Stadt sieht, da aber von zwei Personen kein Drang bestand überhaupt eine der Städte genauer anzusehen wurde das Auto genommen.

 

Während des Aufstiegs kann man sich zurecht wundern wie man es schafft ganze Stadtteile in solchen Hanglagen anzusiedeln, oben am Parc d'atraccoins angekommen war ich dann froh in einem gut befestigten Parkhaus zu stehen und die Sicht auf der hunderte Meter weiter unten bestehenden Metropole ohne Angst über den Mietwagen zu genießen.

Weit oben über den Dächern der Stadt


Auf dem Tibidabo, dem Hausberg der Stadt Barcelona befindet sich neben einer Kirche und dem Fernsehturm der Parc d'Atraccoins Tibidabo, einer der ältesten noch bestehenden Parks Europas, der leider nur als Geheimtipp fungiert.

 

Die Auf- und Abfahrt gestalten sich mit dem Auto als recht steil oder gar abenteuerlich, weshalb es sich lohnt den Berg mit anderen Verkehrsmitteln zu bezwingen, vorallem da diese auf den Eintrittspreis angerechnet werden und man sich somit die Möglichkeit offen hällt die katalanische Hauptstadt etwas genauer zu begutachten.

 

Betritt man den Park durch den unteren Eingang so findet man sich neben den wirklich schönen und von der Fahrt durchaus passablen TopSpin Hurakan wieder, leider wurde auf den Wasserfontänen verzichtet. Schweift man seinen Blick nach oben kann man über sich einen Zierer Wellenflieger seine Kreise ziehen sehen.


Parc d'Atraccions Tibidabo
Huracan (Parc d'Atraccions Tibidabo)
Tibidabo Express (Parc d'Atraccions Tibidabo)
Tibidabo Express (Parc d'Atraccions Tibidabo)


Geht man weiterhin geradeaus findet man sich vor der ersten Achterbahn wieder, einem Zamperla Powered Coaster mit Namen Tibidabo Express. Die Fahrt verläuft recht seltsam, da sie für eine Achterbahn dieser Art untypisch ohne eine Helix auskommt und eine komische Zickzack Streckenkombination aufweisen kann. Der Tunnel am Anfang der Fahrt ist wirklich gut und auch das Personal versucht hier möglichst viel Stimmung zu erschaffen.

 

Nach Verlassen der Anlage befindet man sich leider noch weiter abwärts kann aber so gleich das Castell Mysterios, einem Uralt-Geisterhaus mit Funhouseelementen, einen Besuch abstatten. Zwischenzeitlich ist es hier drin leider etwas zu dunkel, so dass man nicht unbedingt weiß wo man nun hintretten soll, dennoch ist die Anlage trash pur, was auch durch die Musikuntermalung nochmals unterstrichen wird und sollte daher unbedingt besucht werden.

 

Das nächste Highlight und Ziel unserer Begierde befindet sich am höchsten Punkt der untersten Ebene des Parks. Nach einer fast schon anstregenden Bergbesteigung, vorbei an einigen Kinderfahrgeschäften und einer Schiffschaukel findet man sich im ovalförmigen Wartebereich wieder, der sich wie eine Spirale nach oben schraubt. Nachdem man einen Platz zugeteilt wurde kann die Fahrt auf der Muntanya Russa beginnen.


Muntanya Russa (Parc d'Atraccions Tibidabo)
Muntanya Russa (Parc d'Atraccions Tibidabo)
Muntanya Russa (Parc d'Atraccions Tibidabo)
Muntanya Russa (Parc d'Atraccions Tibidabo)
Muntanya Russa (Parc d'Atraccions Tibidabo)


Nachdem man im Lift einige Meter nach oben absolviert hat geht es nach einem fantastischen First Drop in einen wunderbaren rechts-links Kurvenverlauf, wie man ihn deutlich langsamer auch beim Temple of the Nighthawk erleben kann. Die anschließende Steilkurvenhelix fährt sich super und auch etwas kraftvoller, die darauffolgende Gerade dient wohl eher zur Erholung und für die Sicht runter ins Tal, leitet aber das grandiose Finale ein. Die Achterbahn selbst ist, wie eigentlich alle Anlagen der MK-900 von Serie von Vekoma richtig gut, fährt sich nur leider nicht so intensiv und schnell wie es Eftelings Dunkelachterbahn Vogel Rok macht, dafür kann die tolle Lage und das Layout so einiges kompensieren.

 

Wieder einige Meter weiter unten findet man die Wildwasserbahn la Mina d'or aus dem Hause Reverchon, welche im Gegensatz zu anderen Anlagen dieses Herstellers endlich mal vollkommen überzeugen konnte, auch wenn die Strecke hier sehr seltsam ausfällt. Das Personal verdient hier größte Anerkennung, denn bevor sie einen fremde Leute in ein Boot setzen fragen sie erstmal höflich ob das so Recht wäre.

 

Der restliche Park verläuft auf Gebäudebenen, die man entweder über Treppen oder den Fahrstuhl erreichen kann. Letzte Möglichkeit wird von Personal betreut, was auch der Kontrolle zwischen den eigentlichen Park und dem Skywalk benannten und öffentlichen Bereich dient. Hier oben befinden sich die ganzen Nostalgischen Fahrgeschäfte, wovon zwei Stück besonders interessant ausfallen. Zum einen findet man hier den Prototypen aller neumodischen Propeller mit dem einzigen Unterschied das sich diese Anlage hier deutlich langsamer dreht und somit eine wunderbare Sicht über den Park und natürlich Barcelona ermöglicht und dabei deutlich mehr Adrealin ausschüttet. Die anderen Anlage ist das aufgehängte Flugzeug mit Eigenantrieb, wobei die Warteschlange am Besuchstag leider viel zu lang war und ich daher auf eine Fahrt verzichtet habe.


Avio (Parc d'Atraccions Tibidabo)
Parc d'Atraccions Tibidabo
Talaia (Parc d'Atraccions Tibidabo)
Talaia (Parc d'Atraccions Tibidabo)


Eine Ebene weiter unten befindet sich der leider viel zu leere Platz der alten Achterbahn, jedoch auch der Eingang zum Automatenmuseum, welches unbedingt einen Besuch wert ist. Hier findet man nicht nur ein detailgetreues Modell des Parks, sondern auch einige recht interessante Aperaturen aus längst vergessenen Zeiten. Gerade für Nostalgiker eine wahre Fundgrube.

 

Eine weitere Perle des Parks ist das Spiegellabyrinth Miramiralls, wo jedoch das Wort Labyrinth nicht sonderlich passt, da es eher eine Ausstellung ist, eine durchaus gelungene noch dazu. Hier wird so gut wie alles aus herausgeholt was man mit Spiegeln so anstellen kann.

 

Mit der hängenden Einschienenmonorailthemenfahrt Magatzem geht es in die Welt der Zauberer und Hexen, welche schön aber doch sehr seltsam gestaltet daherkommt. Eine quietschende Stimme erläutert das ganze zwar, aber ohne Sprachkenntnisse der katalanischen Sprache hilft einen das auch nicht weiter. Am Ende der Fahrt erwartet einen eine Überraschung, welche aus meiner Sicht gerade die richtige Person erwischte.


Magatzem (Parc d'Atraccions Tibidabo)
Magatzem (Parc d'Atraccions Tibidabo)
Magatzem (Parc d'Atraccions Tibidabo)
Museo d'Automats (Parc d'Atraccions Tibidabo)


Erneut eine Etage tiefer trifft man auf einen Autoscooter, aber auch auf das berüchtigte Krüeger Hotel, einem Maze mit überragender Qualität und wirklich engagierten Personal. Nachdem man die Queueline hinter sich gebracht hat und sein Whirstband markiert wurde geht es auch schon nach einer großartig inszenierten Darstellung in das Hotel. Hier wurden einen erstmal die Benimmregeln nähergebracht an die sich auch beide Seiten glücklicher Weise hielten, denn Berührungen jeglicher Art haben in einem Maze nichts zu suchen.

 

Nachdem man in der Hotellobby sehr nett und vorallem überraschend erschreckend empfangen wurde durchquert man einige Hotelszenen bis die Horrorfilme die Überhand nehmen, hier erklärt sich auch das Krüeger im Namen welcher eine Anlehnung an Freddy ist. Einige Szenen sind sehr belustigend, aber im Grunde ist alles auf einem sehr hohen Niveau gestaltet wurden. Die Schauspieler tun ihr bestes und ständig laufen sie einen hinterher, was gerade im letzten Teil des Mazes sehr erschreckend ist, denn wer denkt den bitte an einen aufstehenden Chucky?

 

Im Großes und Ganzen war das Krüeger Hotel das erste Maze an dem ich wirklich Gefallen gefunden habe. Die Szenen waren toll, alles war hervorragend beleuchtet und mit einigen Sachen hat man einfach nicht gerechnet. Auch wurde wie bereits oben erwähnt darauf geachtet das niemand berührt wird, was vorallem bei der obligatorischen Kettensäge am Ende vernünftig war, denn nach Psycho, der ehemaligen Simulationsanlage von Pluschies, war ich in dieser Hinsicht etwas negativ gezeichnet.

 

Neben weiteren Kinderattraktionen und einem 4D Kino bietet der Park nicht mehr viel, trotzdem hinterlässt er ein sehr gutes Image bei mir. Alle Fahrgeschäfte hinterliegen einer sehr guten Wartung und sehen aus wie neu, was seltsamer Weise bei den anderen Mitreisenden bedenken hervorrief, immerhin hatten sie ständig den Unfall des Fabbri AirDivers im Hinterkopf und warfen das auch des Öfteren dem Park vor.

 

Kein anderer spanischer Park hatte so viel Charme wie es der Parc d'Atraccoins Tibidabo hatte und kein anderer Park hatte ein so nettes Personal wie es dieser Park hat, auch kümmert man sich hier um die Verbessungvorschlänge der Kunden, sofern diese auch ernst gemeint sind und antwortet in einer sehr persönlichen Email darauf, was ich bislang von keinem anderen Park Europas kennengelernt habe. Der Eintrittspreis ist absolut gerechtfertigt und auch die Parkgebühren sind durchaus fair ausgelegt, in diesem Sinne wird mich der Park sicherlich irgendwann wiedersehen.

Downhill extrem auf einer anerkannten Straße


Nach dem Besuch des wirklich guten Freizeitparks war es an der Zeit in Richtung Salou aufzubrechen. Dabei gestaltete das Navi diese Route deutlich aufregender als die Auffahrt, denn hier ging es über einen Feldweg abwärts. Noch am Leben erfreute ich mich endlich wieder auf einer geteerten Straße unterwegs zu sein. Nach einer guten Stunde Fahrt über die Küstenautobahn waren wir auch wieder Salou, wo Bernd, Ich und die Anderen sich in einem bizarren Einkaufszentrum am Rande der Stadt, unweit des Hotels für das Finale der Tour eindeckten.