Anreise zum Hotel Caraibe


Wie auch der Park Terra Mitica liegt der Freizeitpark Port Aventura unweit der Küstenautobahn AP-7, wodurch die 500 km lange Anreise auch ohne Navi absolut kein Problem war. Erste Müdigkeitserscheinungen während der Tour, bei der ich bis auf 200 km der alleinige Fahrer war, zeigten ihren Tribut in dem ich öfters eine Pause einlegen musste.

 

Angekommen am Hotel Caraibe Resort, einem der parkeigenen Hotels, hieß es erstmal Schlange stehen, wo Bernd und Ich, sowie eine andere Person nach über einer halben Stunde endlich eingecheckt wurden. Leider musste die letzte Person noch in ihr Hotel gefahren werden, da sie es verpasste zu einem günstigen Zeitpunkt zu buchen und somit einiges mehr hätte zahlen müssen um im gleichen Hotel zu nächtigen. Leider fand diese Person, die die dritte Nacht bei uns im Zimmer übernachte, ihr viel kleineres Zimmer um einiges besser und ihr Hotel auch um einiges schöner.

 

Das große Zimmer mit riesigem Badezimmer war das Geld wirklich wert, denn durch das massive Angebot in der Nähe sind hier keine Preise möglich wie bei den meist überteuerten Parkhotels des Disney Land Paris. Das tropische Ambiente wird perfekt getroffen, auch wenn man durch den größeren Hotelkomplex manchmal einige Zeit zu Fuß unterwegs war. Da es leider schon Midseason war, war das Angebot an Speisen innerhalb des Resorts stark begrenzt, da nicht alle Läden auf hatten.

 

Typisch für ein 4* Hotel war leider auch die Menge auf den Tellern im a la carte Restaurant, was leider etwas enttäuschend war und Bernd und mich am zweiten Abend die benachbarte Stadt erkunden ließ, wo wir dann im O'Briens @ the Titanic gelandet sind und für einen kleinen Preis sehr viel zu Essen und ein schönes Bier serviert bekamen. Die Auswahl am Morgen war glücklicher Weise riesig und so war allein der Orangensaft eine Reise wert.

Universal auf den Spuren im spanischen Salou


Am Rande der 4* Plattenbau Hochburg Salou, unweit der Stadt Tarragona und etwa 100 km von der katalanischen Hauptstadt Barcelona gelegen befindet sich der von der englischen Tussauds Gruppe gegründete Park Port Aventura, welcher zwischenzeitlich von der Muttergesellschaft Blackstone übernommen wurde und daher unter der Marke Universal fungierte. Heutzutage gehört der Park zu 100% der spanischen Bank la Caixa.

 

Betritt man den Park durch den offiziellen Parkeingang findet man sich im mediteranischen Themenbereich wieder, welcher wunderschön an einem See liegt. Über diesen zieht, die bis dato neueste Achterbahn des Parks, Furius Baco ihre letzte Kurve und sieht dabei verdammt gut aus. Auch das Weingut, welches als Station dient fügt sich sehr gut in diesen Bereich, doch wehe man schaut sich die Anlage aus der Position eines Mitfahrers an.


Port Aventura
Port Aventura
Port Aventura
Port Aventura


Nachdem man die mit Müll überhäufte Warteschlange überwunden hat wird man in eine Reihe eingeteilt, woraufhin man sich die durchaus berechtigte Frage der Sitzposition stellt, denn ob rechts oder links, ob innen oder außen, alle Plätze haben ihr eigenes "Fahrvergnügen" zu bieten. Kurz darauf setzt sich der Zug in Bewegung und eine Pre-Show wird gezeigt, welche sogar einer Storyline unterliegt. Im passenden Moment folgt der wunderbar intensive Launch, der dank der anderen Sitzposition umso schöner ist.Nach der steigenden Abschußstrecke folgt ein Tal und somit ausgeprägte Airtime auf den Hügel. Was nun kommt ist auf den linken inneren Platz in der ersten Reihe absolut genial, auf allen anderen Plätzen jedoch eine Tortur unterschiedlichen Ausmaßes. Die Kurven bis zur Rolle sind auf den rechts äußeren Platz mit enormen Schlägen bestückt, was mit dem Wort Vibration nichts mehr gemein hat. Die Rolle selbst fährt sich auf allen Plätzen einfach nur toll und die abschließende Kurve unterliegt glücklicher Weise einem recht großen Radius und ist für die äußeren Plätze durchaus erträglich.


Furios Baco (Port Aventura)
Furios Baco (Port Aventura)
Furios Baco (Port Aventura)
Furios Baco (Port Aventura)
Furios Baco (Port Aventura)


Nach Verlassen der Station gelangt man in einem Shop, in dem man stilecht Weine kaufen kann. Die Anlage selbst ist entweder absolute Grütze oder wirklich genial, dazwischen gibt es im Grunde keine weiteren Möglichkeiten. Sehr zu empfehlen ist der linke innere Sitzplatz, vorzugsweise in der ersten Reihe.

 

Neben jeweils einer Station der Parkeisenbahn, sowie der Intamin Guided Boat Tour findet man in diesem Bereich nicht mehr viel. Ähnlich bestückt ist, der oft hochgelobte, Bereich Polynesia, in dem man neben einer HUSS Schiffschaukel und dem Sea Odyssea Simulatoren, wo neben den passablen Film Aquaride noch Turtle Vision, sprich Sammys großes Abenteuer, gezeigt wird, noch der Intamin Spillwater Tutuki Splash. Der Bereich selbst erinnert an einen Großteil des Themenparks Isla Magica in Sevilla, schön fürs Auge, aber mehr dann auch nicht.

 

Tutuki Splash, eine Anlage die oftmals als sehr nass dargestellt wird, stellte sich leider als trocken heraus und so ergab sich das die einzige Stelle an der man nass werden konnte der Einflussbereich der Wasserpistolen, die gegen Geld von Außenstehenden aktiviert werden können, war. Besonders erwähnenswert im negativen Sinne ist der Kaugummitunnel vor der ersten Schußfahrt, welcher nicht nur abartig daher kommt sondern auch perfekt das Niveau seiner Gäste widerspiegelt und das trotz mehr als 40€ Eintritt. Unter Berücksichtigung aller Punkte eine der schwächsten Spillwateranlagen Europas.


Tami Tami (Port Aventura)
Port Aventura
Tutuki Splash (Port Aventura)
Tutuki Splash (Port Aventura)


Ehemals zu Polynesia gehörte der Vekoma Rollerskater Tami Tami, der nun zum Kinderbereich Sesamo Aventura gehört. Dieser Bereich ist im Grunde gut gelungen und weißt eine gute Anzahl von geeigneten Fahrgeschäften auf, die dementsprechend auch gut angenommen werden. Die Achterbahn selbst dreht nur eine Runde, was der Kapazität zu verschulden ist.

 

Da Sesamo Aventura eine Sackgasse bildet geht es durch Polynesia wieder auf den Rundweg in den schönsten Themenbereich des Parks. Vorbei an einer Zierer Berg- und Talbahn in bewährter Drachenoptik, wunderschön gestaltenen Teetassen aus dem Hause Mack und einen, wenn auch etwas versteckten, Zamperla Baloon Race, geht es den Hang immer weiter aufwärts un den auf dem Berg thronenden Drachen einen Besuch abzustatten. Dragon Khan ist ein nicht übersehbarer Koloss mit einem an sich wunderbaren Layout, welches sich leider absolut grottig fährt.

 

Vielleicht lag es an den hohen Erwartungen die ich seit Parque Warners Superman an die Bahn hatte, dem wirklich gut durchdachten Layout oder der allgemeinen Meinung gegenüber der Bahn, aber das es eine solche Achterbahn schafft den Intamin Wing Rider des gleichen Parks noch zu unterbieten hielt ich eigentlich für unmöglich.


Dragon Khan (Port Aventura)
Dragon Khan (Port Aventura)
Dragon Khan (Port Aventura)
Dragon Khan (Port Aventura)


Die Fahrt mit ihren acht Inversionen könnte so gut sein, würde die Anlage nicht nicht ohne Unterbrechung unangenehm ruckeln. Hier gleicht der Fahrkomfort dem Fahrspaß und erneut kann ich die allgemeine Manie gegenüber den Hersteller nicht verstehen. Nebenan dreht im übrigen ein Zierer Wellenflieger seine Runden und glücklicher Weise bot dieser eine gute Fahrt.

 

Geht man den Berg entlang des Rundweges herunter so läuft man direkt den Arrow Mine Train El Diablo entgegen. Die Fahreigenschaften dieses Hybrids übertreffen die der beiden großen Stahlachterbahnen um Welten und gerade der erste und der letzte Streckenabschnitt macht einfach nur verdammt viel Spaß. Den Spitznamen "Lifthill the ride" ist zwar durchaus treffend, aber keineswegs störend. Im Vergleich zu anderen europäischen Anlagen mit führerlosen Minenzügen steht El Diablo als überraschend anders da.

 

Als weiteres Highlight des Parks wird oftmals der Giant Drop mit den sehr schiefen Dach genannt. Die Fallhöhe von knappen 86m ist schon recht beeindruckend und die Aussicht von dort oben recht schön, doch der eigentliche Fall enttäuscht. Wo die kleineren Giant Drops immerhin noch intensiv sind und Gyro Drop Türme durch ihre größere Masse automatisch intensiver fallen, so fiel Hurakon Condor eher lasch aus. Da die Gruppe mit der ich unterwegs war aus Stehgondelverweigerern bestand und selbst die Single Rider Einteilung mir die Stehposition verwehrte kann ich dieses, oftmals, viel bessere Fallgefühl hier nicht bewerten. Auch an dieser Anlage fiel erneut das Benehmen der Gäste sehr negativ auf, denn diese spukten einfach so auf den Stationsboden.


El Diablo (Port Aventura)
El Diablo (Port Aventura)
El Diablo (Port Aventura)
El Diablo (Port Aventura)
El Diablo (Port Aventura)


Unweit des Mackschen Musik Expresses befindet sich der Eingang zum Templo del Fuego, einer Specialeffectshow mit einer tollpatschigen Archäologin, die einen Fluch nach den anderen auslöst und es somit den Showbesuchern angenehm warm macht. Die Effekte sind allesamt gut und einige auch recht überraschend. Im Hauptraum folgt dann alles Schlag auf Schlag, weshalb es sich lohnt die Show öfters zu betrachten.

 

Kurz vor Verlassen des Bereiches sollte ein Schwarzkopffan aufpassen, denn sonst verpasst er eines der zu letzt gebauten Fahrgeschäfte des Herstellers. Die Fahrt auf einem Schwarzkopf Sombrero gleicht einer Mischung aus HUSS TakeOff und einem Polypen, leider ist die Fahrt schnell monoton, was auf den überragenden Monstern so schnell nicht passiert. Dennoch ist die Serpiente Emplumada der beste Flatride des Parks und sollte auf jeden Fall mit einer Fahrt gewürdigt werden.

 

Im Westernbereich gegenüber dem HUSS Flipper Volpaiute, der augenscheinlich ein absolut grottiges Fahrprogramm an den Tag legte, befindet sich die Kinderholzachterbahn Tomahawk. Die Schlange bewegt sich hier leider nur sehr langsam voran, was unteranderen daran liegt das nur ein Erwachsener pro Reihe in die PTC Wagen passt. Daher kann man zwar den wunderbaren Klängen von Vultrix, der coolsten je gebauten Parkanimatronik, zuhören ist aber der Sonne wehrungslos ausgesetzt. Die Fahrt selbst fällt recht witzig aus, bietet genug Geschwindigkeit und Kräfte um nicht zu langweilig zu sein, ist dabei aber für die angedachte Zielgruppe sehr gut geeignet und ein wunderbare Einstiegsachterbahn für den Freizeitparkfan von morgen.


Serpiente Emplumada (Port Aventura)
Tomahawk (Port Aventura)
Volpaiute (Port Aventura)
Port Aventura


Um Tomahawk herum, stellenweise auch über und unter der Anlage verlaufen beide Spuren der Achterbahn Stampida. Um zur Station zu gelangen muss man einige Meter Queueline durchwandern, die hier glücklicher Weise sehr schattig ausfällt bevor man sich eine Seite aussuchen kann. Der Wartebereich der blauen Seite ist hierbei besser einsehbar, so dass die rote Seite morgens leerer ist. Nachdem man auf seinen Platz gewiesen wurde kann die Fahrt in den recht bequemen KumbaK Zügen losgehen.

 

Was nun folgt ist Holzachterbahn wie sie sein sollte und das noch zweimal nebeneinander. Die Strecke ist lang, die Geschwindigkeit ist hoch und der Rennaspekt ist sehr gelungen. Die rote Seite gurkt vor der Helix mit der Begegnung des anderen Zuges etwas herum, was bei der blauen Seite erst danach passiert, dort aber mit einer deutlich höheren Geschwindigkeit. Die vielzähligen Gefälle sind ein Traum aus Holz und das Out of Contol Feeling ist hochgradig. Zwar könnte die ein oder andere Kurve etwas weniger brachial sein, aber dieser Aspekt macht die Bahn nicht schlechter als sie ist und so wie sie ist, selbst mit den oftmals und völlig belanglos kritisierten KumbaK Zügen, ist sie verdammt gut.


Stampida (Port Aventura)
Stampida (Port Aventura)
Stampida (Port Aventura)
Stampida (Port Aventura)
Silver River Flume (Port Aventura)


Neben einen Karussel, einem Autoscooter und einem Brechtanz Nr.3 findet man in diesem Bereich noch zwei Wasserattraktionen. Die erste Anlage der man über den Weg läuft ist die Wildwasserbahn Silver River Flume mit einer sehr seltsamen Strecke, dessen Höhepunkt die letzte Schußfahrt ist. Der Nässegrad ist nicht mehr als mittelmaß, die Abfertigung zieht sich leider etwas und das obwohl auf der Strecke recht viele Boote unterwegs waren und man bemüht war alle Boote ordentlich zu füllen. Leider ist auch hier so einiges mit Kaugummi verklebt...

 

Die zweite Wasserattraktion in diesem Bereich sind die Grand Canyon Rapids, eine Intamin Raftinganlage mit Kunstfelsoptik. Der Nässegrad ist leider nur europäischer Raftingstandart, sprich einfach nicht vorhanden, weshalb die Anlage trotz all der Optik einfach nicht überzeugen konnte.


Grand Canyon Rapids (Port Aventura)
Grand Canyon Rapids (Port Aventura)
Port Aventura
Port Aventura


Port Aventura hinterlässt leider nur ein Bild, welches den Park weder schlecht noch überragend gut darstehen lassen kann. Das Fahrgeschäftsportfolio selbst ist nicht schlecht, nur die Fahrten an sich könnten besser sein. Größter Kritikpunkt ist jedoch das der Park der einzige unsaubere spanische Park war. Fast alles ist hier bekritzelt, was unter anderem auf Achterbahnzügen eigentlich nicht sein sollte, an denkbar ungeeignete Stellen ist alles mit Kaugummis zugepflastert und der Müll auf den Wegen und in den Warteschlangen muss einfach nicht sein. Auch hat der Park ein großes Problem mit seinen Besuchern die sich oftmals nicht zu benehmen wissen oder nichtmal einfachste Anweisungen des Personals folgen konnten, das ein Großteil dieser Besucher aus Frankreich kam sei nur nebenbei angemerkt. Darüber hinaus ist Port Aventura der einzige Park der nicht penibelst darauf achtet das der Oberkörper bei allen Fahrgeschäften und im Park selbst bedeckt ist, was unteranderem doch zu sehr unschönen Einblicken führt. Sollte ich den Park das nächste Mal besuchen dann auf jedem Fall in der Lowseason vor der Mainseason mit der Hoffnung auf einen sauberen Park mit einer guten Neuheit, sollte beides nicht gegeben sein, so wird mein Urteil dann deutlich schlechter ausfallen.

Wasserspaß im benachbarten Aquatic Park


Während eines Aufenthalts in einem der parkeigenen Hotels bekommt man neben der Möglichkeit unbegrenzt im Zeitraum des Besuches in den Hauptpark zu gehen einmal den Wasserpark einen Besuch abzustatten.

 

Der Aquatic Park entstand zur gleichen Zeit wie das Hotel Caraibe und der Stil der beiden Anlagen ist im Grunde gleich. Da die Temperaturen recht hoch waren und im Gesamten Küstenraum ein eher unangenehm warmes Klima herschte war der Drang der Besucher, trotz Lowseason, in den Wasserpark zu gehen ungeheuer groß, so dass die Wahrscheinlichkeit noch eine freie Liege zu erwischen sehr sehr klein war.


Aquatic Park

Das Angebot des Wasserparks selbst ist nicht überragend groß, aber auch nicht zu klein. Die ProSlide Röhrenrutschen im überdachten Teil des Parks waren zur aller Überraschung verdammt schnell und wirklich gelungen.

 

Die Bodyslides gleicher Firma im äußeren Teil waren eher als harmlos einzuschätzen, auch wenn diese im Grunde eine gute Geschwindigkeit gegen Ende hatten. Leider teilen sich diese Rutschen den selben Turm wie die Reifenrutschen, so dass man manchmal länger stehen musste als es notwendig gewesen wäre. Auch war es leider Schade das die Warteschlange auf einen Reifen recht hoch war und keiner der anderen Tourteilnehmer Lust hatten diese Art der Rutschen noch zu testen.

 

Wirklich imposant zeigt sich die Raftingrutsche des Parks, wo man mit mehreren Personen im Boot Schräglagen jenseits der 90° erreicht und sich somit unfreiwillig näher kommt, da das Boot leider nicht steif sondern elastisch verhällt. Wer zumindest Angst vor einer Bobbahn hat, der sollte hier definitiv nicht einsteigen, denn diese Rutsche ist überraschender Weise bislang das Krankeste was ich in dieser Form erlebt habe.

 

Des Weiteren findet sich im Park noch ein Wasserspielplatz von WhiteWaterWest mit Eimer, der einen doch mit einer sehr großen Wassermenge erwischen kann, einen schönen und langen Lazy River, sowie ein Wellenbad mit eher gemächlichen Wellengang, sowie einem Wasserwerfer.