Anreise nach Sevilla


Um David zeitig zum Flughafen zu bringen und pünktlich zur Parköffnung des Freizeitparks Isla Magica im über 500 km entfernten Sevilla zu sein mussten David, Bernd, Ich und die Anderen früh aufstehen. Die bergige Stecke bis zum Ziel gestaltete sich als recht angenehm und der Service an spanischen Autobahnen ist schlichtweg als gut darzustellen. Als wir nach knapp sechs Stunden Fahrt endlich Sevilla erreichten folgten wir den Schildern zum Park.  

Pünktlich zur Parköffnung an der Magischen Insel


Mitten in der Stadt Sevilla gelegen befindet sich, auf einem großen Teil des ehemaligen Weltausstellungsgeländes von 1992, der Freizeitpark Isla Magica. Dieser seit 1997 existierende Park bietet einige wenige Fahrattraktionen, dafür umso mehr Shows, Essenstände und verdammt viel Vegetation gepaart mit sehr vielen Themingelementen.

Der erste Eindruck den man in diesem Park gewinnt ist durchaus positiv, jedoch ändert sich dieses relativ schnell wenn man das überschaubare Fahrgeschäftsportfolio des Parks etwas genauer betrachtet.




Der Park selbst wurde um einen See herum angelegt, auf diesen fahren zwei Attraktionen, eine Bootsfahrt und ein Splashbattle im Selbstbausatz, wohl eine der neueren Fahrgeschäfte des Parks. Ähnlich billig kommt einen die Schiffschaukel her, welche scheinbar lieblos, einfach auf den See geklatscht wurde.

Die erste Großattraktion der man über den Weg läuft ist die Wildwasserbahn aus dem Hause Mack. Diese verfügt über drei Schussfahrten nicht gerade geringer Höhe und wurde wunderbar mit den Parkgelände, sowie den Wartebereichen der Anaconda getauften Wildwasserbahn in Verbindung gebracht. Der Nässegrad wirkte von außen recht trocken, auf eine Fahrt am Anfang des Tages wurde leider verzichtet, einige Stunden später stand man hier eine halbe Ewigkeit.

Einige Meter weiter findet man die erste Achterbahn des Parks, den Tren de Potosi. Diese Achterbahn der Firma C&S ist einem Big Apple recht nah, verfügt jedoch nach den, hier wenigstens, lustigen Hügeln eine Abwärtshelix. Die Fahrt selbst macht durchaus Spaß und ist nicht nur für die Countschlampen eine Bereicherung.


Anaconda (Isla Magica)
Anaconda (Isla Magica)
Anaconda (Isla Magica)
Anaconda (Isla Magica)
Tren de Potosi (Isla Magica)


Bis man auf die nächste Attraktion trifft vergeht ein recht langer Fußmarsch, umso enttäuschter ist man das die Llamas nur von Kindern beritten werden dürfen, immerhin ist diese Anlage für eine elektronische Pferdereitbahn sogar recht originell geraten.

Direkt daneben findet sich mit Iguazu ein Spillwater von Intamin, der zwar seine Umgebung sehr gut ausnutzt, aber absolut nichts kann. Von dem Wasser, welches das Boot (im übrigen die gleiche Bauweise wie bereits aus dem Parque de Atracciones de Madrid bekannt) zur Seite lenkt bekommt man im Boot selbst höchstens Tröpfchen ab.

 

In einer Sackgasse befindlich kann man die zweite Achterbahn des Parks fahren. Die als Jaguar benannte Anlage verfügt nicht nur über einen überraschend offenen Bereich unterhalb der Achterbahn, sondern auch über die neueste Zuggeneration von Vekoma. Obwohl die Bahn von der Fahrt her absolut nichts taugt und die Bonushelix nur das Prädikat nett verdient, so ist der Zug einfach nur genial. Dieser fällt nicht nur absolut bequem aus, sondern kann durch die neuen Bügel den Kopf von allen Seitenhieben bewahren. Die Westen selbst sind hier etwas bequemer als bei den MK1200 Zügen, wie sie zum Beispiel im Gardaland und Walibi Holland gebrauch finden. Zumindest sind die Züge für jeden vernünftigen Park eine lohnenswerte Investition, nur hier in Isla Magica absolute Verschwendung.


Jaguar (Isla Magica)
Jaguar (Isla Magica)
Jaguar (Isla Magica)
Iguazu (Isla Magica)


Vorbei an einer Teetassenbahn geht es zu einigen hässlichen Betonbauten, die noch aus dem Jahr 1992 stammen. Im Kellergeschoß eines der Gebäude befindet sich der Piraten Darkride Captain Ballas. Hierbei handelt es sich um eine interaktive Anlage von Mack, die man in ähnlicher Form auch im Avonturenpark Hellendoorn findet. Die Szenen selbst sind schön und detailiert, darüber hinaus kann man im richtigen Moment seine Insassen nass machen, im falschen Moment leider nur sich selber.

Wieder heraus aus diesem Betonkomplex, wo sich zusätzlich noch zwei Kinos befinden, geht es nun in einen Bereich wo die Vegetation scheinbar überhand genommen hat. Hier findet man mit den Rapidos del Orinoco die letzte Großattraktion des Parks und eine der schönsten Raftinganlagen Europas. Das Schönheit nicht unbedingt nass bedeutet wird einen in Europa leider zu oft bestätigt, hier ist es trotz Wasserfällen die immerhin etwas ins Boot ragen, auch der Fall. Wirklich erwähnenswert ist hier die Kurve um den Wellenflieger herum.

 

Neben einen Kinderland, einem Karussel, einem Power Tower von Maurer Söhne, welcher zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Programme laufen hat, jedoch selbst im Anscheinend intensivsten weniger kann als der Prototyp im Hansa-Park, und einer schönen Disk'o aus dem Hause Zamperla gibt es hier im Grunde nichts mehr. Aus dem einzigen, mehr oder weniger, traditionellen Darkride des Parks wurde zwischenzeitlich ein Maze das 5€ Eintritt kostet und wohl dem Aufpreis absolut nicht wert ist, auch wenn man mit Glück am Parkeingang einen Gutschein in die Hand gedrückt bekommt, ersetzt.


Rapidos del Orinocho (Isla Magica)
Rapidos del Orinocho (Isla Magica)
Cyklon (Isla Magica)
El Desafio (Isla Magica)


Für die Theming- und Showfetischisten ist der Park sicherlich ein wirklicher guter und gelungener Park. Für alle anderen, normalen, Parkgäste ist das Angebot des Parks einfach zu niedrig und der Preis im Vergleich zu den anderen spanischen Parks einfach zu hoch gegriffen und das obwohl man bis 25 nicht mal den vollen Eintrittspreis zu zahlen hat. Auf der Rangliste der schlechtesten Freizeitparks hat er bei mir den Jaderpark von seinem Thron gestoßen, denn freiwillig möchte ich hier nicht nochmal hin (es sei denn es kommt ein neuer Count).

Weiterfahrt in Richtung Malaga


Ursprünglich war es angedacht, sofern es die Zeit zulässt, in die Sierra Nevada zu fahren um den Trineo Ruso einen Besuch abzustatten. Da dieser schon gegen 17 Uhr geschloßen hätte und die Ankunftszeit nur bei einem sehr kurzen Besuch in Isla Magica dieses zugelassen hätte war ein Besuch leider nicht möglich. 

 

So wurden nur die etwas mehr als 200 km lange Strecke nach Arrajo de la Miel eingeschlagen, wo wir nach einen kleinen Irrfahrt über eine für das Navi unbekannte und wohl auch nagelneue Autobahn, pünktlich zur Parköffnung um 18 Uhr ankamen.

Angekommen in der Tivoli World


Unweit der spanischen Costa del Sol im Ort Arrayo de la Miel an einem Berghang gelegen befindet sich der Freizeitpark Tivoli World. Nachdem man den Eintrittspreis entrichtet hat kann man sich entweder das Supertivolino, das Wristband des Parks, kaufen oder auf Einzeltickets, den Tivolinos, zurückgreifen.

 

Sollte man nur zum Counten da sein lohnt es sich mit jeweils 2 Tickets pro Achterbahn einzudecken. Da der Park jedoch ein recht großes Angebot vorweisen kann lohnt sich das Supertivolino um einiges mehr.

 

Da ich jedoch mit mehreren Personen unterwegs war die allesamt das Portfolio des Parks nicht ausnutzen wollten blieb es leider nur bei den Achterbahnen und immerhin einer Fahrt auf dem Techno Jump aus dem Hause Sartori, eine Fahrgeschäftsart welche ich schon länger mal testen wollte.


Tivoli World
Tivoli World
Tivoli World
Tivoli World


Die erste Achterbahn der man über den Weg stolpert ist ein Powered Coaster eines mir unbekannten Herstellers. Hier sitzt man in der statt nebeneinander hintereinander, was dem Fahrvergnügen förderlich sein könnte würde der Super Train Tokaido nicht so über die Strecke kriechen.

 

Zwei Etagen höher befindet sich die zweite Achterbahn des Parks in der normaler Weise nur Kinder befördert werden. Die Montana Russa Infantil ist ein Kinderoval, ähnlich einem Zierer Tivoli Small, wirkt aber durch seine Stützkonstruktion und Chaisen nicht gerade vertrauenerweckend. Die Fahrt selbst macht durchaus Spaß, auch wenn das von Runde zu Runde abnimmt.

 

Auf der höchsten Etage des Parks findet man die man die ausgewachsene Achterbahn des Parks die Montana Russa, eine Anlage des Herstellers Mundial, s.r.l., welche einer Mischung aus Wildcat und JetStar recht nahe kommt. Diese fährt sich, bis auf die grenzwertige Steilkurve, recht lustig, vor allem da man hier öfters Airtime zu spüren bekommt. Für meine 200ste gefahrene Achterbahn zumindest ein echtes Unikat, welches mir sehr gefallen hat.

 

Das restliche Portfolio des Parks reicht über mehrere klassische Fahrgeschäfte, mehreren Darkrides, einem schön gestalteten Funhouse, einem modernen Freefall aus dem Hause Moser Rides, einem TopSpin Klon von Soriani und Moser, den bereits erwähnten Techno Jump und der Passaje del Terror, die vielen bereits aus London, Blackpool oder einigen anderen Ortschaften in Spanien bekannt sein dürfte. Das Maze selbst ist im Supertivolino nicht enthalten und muss wie auch die Gokarts und Bumperboats extra gezahlt werden.

 

Der Park selbst hat Charme und bietet eine schöne Mischung aus dänischen und spanischen Einflüssen. Die meisten Fahrgeschäfte hier sind älteren Baujahrs und verdienen es ausgetestet zu werden, ein Unterfangen was ich garantiert machen werde sollte es mich irgendwann erneut in die Nähe der Stadt Malaga verschlagen.

Weiterfahrt in Richtung der Costa Blanca


Da es mir von vornhinein nicht gestattet war nach nun etwa 800 km am Steuer ein Hotel anzusteuern musste Ich auch die letzten 500 km bis zum Standort des Ferienhauses meiner Familie absolvieren. Das eine solche Tour an die körperlichen Grenzen geht war mir bewusst, da ich schon einmal über 1100 km am Stück gefahren bin, jedoch ohne Besuch zweier Freizeitparks und den klimatischen Bedingungen Spaniens. Es kam also wie es kommen musste und ich beklagte mich bei meinen Mitfahrern über ihr sturres und ignorantes Verhalten, denn wenn man schon mal müde ist, der Beifahrer immer wieder einnickt und auf der Hinterbank zwei halbwegs wache, aber untrennbar verliebte Personen rumhocken, läuft einiges nicht so wie es laufen sollte.

 

Es gelang mir für etwa 200 km jemand anderes zum Fahren zu bringen, denn einen Unfall aus Müdigkeit will und kann Ich nicht verantworten. Um kurz nach 2 Uhr erreichten wir das Ziel und der Alptraum begann. Ich rate daher jedem sich nicht von seinem Bauchgefühl ablenken zu lassen, auch wenn man sich dadurch kurzzeitig unbeliebt macht, denn die Undankbarkeit der Menschen ist noch viel größer wenn man Ihnen gibt was sie haben wollen.