Allgemeine Informationen


Freizeitpark:
Adventure Island                                                    
  Peter Pan's Adventure Island
  Peter Pan's Playground (1976 - ?)
  Sunken Gardens (1918 - 1975)
   
Adresse: Western Esplanade

SS1 1EE

Southend-on-Sea
  http://www.adventureisland.co.uk
   
Betrieb: Stockvale Ltd

[07.10.12] Die Abenteuerinsel in Southend-on-sea


Von Londons wohl kleinsten Kopfbahnhof, dem Bahnhof Fenchurch Street, welcher Douglas Adams Fans durchaus bekannt sein dürfte, immerhin wurde Fenny aka Fenchurch dort in der Warteschlange vor dem Ticketschalter gezeugt, führt die einzige direkte Zugverbindung nach Southend Central. In Southend-on-sea angekommen sind es nur noch wenige Meter bis zum Freizeitpark Adventure Island, der auf beiden Seiten des Piers vorzufinden ist. Im Gegensatz zu den meisten Meinungen über Southend kann sich dieser Weg durchaus sehen lassen, es kommt zu keiner Zeit ein Gefühl auf sich im durchaus versifften Spielerparadies Blackpool zu befinden mit der die Stadt gerne verglichen wird.

 

Hat man zuvor sein Adventure Island Ticket bei einem der Ticketschalter der c2c Bahngesellschaft gekauft, so kann man jetzt sein Anreiseticket gegen ein Whistband tauschen, wodurch die Bahnfahrt in den Park gratis ist. Jedoch kann es bei manchen Andrang schon etwas länger dauern bis man dann endlich dran ist sich das Armband anlegen zu lassen, in diesem Fall sei erwähnt, dass es auch auf der linken Seite des Parks Kassen gibt.


Adventure Island
Adventure Island
Adventure Island
Adventure Island
Southend-on-Sea


Der rechte und kleinere Teil des Parks besteht überwiegend aus Kinderfahrgeschäften, wie die kleine Themenfahrt Devils Mine Train, einer mit bunten Sternen verzierten Helter Skelter Rutsche, einem Fabbri Skateboard, ein wirklich schiefes Haus mit ziemlich schrägen Interieur und vieles mehr. Neben einer Zamperla Disk'o gesellt sich noch ein Tivoli Scorpion, ein KMG Move It! 24, sowie ein Sizzler im Pharaonendesign als etwas wildere Fahrgeschäfte in diesem Bereich.

 

Ein Tivoli Scorpion ist im Grunde ein HUSS Troika ähnliches Fahrgeschäft, was sich aber durch einige Merkmale deutlich unterscheidet. Das offensichtlichste Merkmal dabei ist die deutlich kompaktere Bauweise, denn eine HUSS Troika bräuchte mindestens den dreifachen Platz des Geschäfts. Dadurch sind die Kräfte deutlich höher, was in Verbindung mit der merklich höheren Geschwindigkeit zu großen Ausschwüngen fühlt, die natürlich ungepuffert an die Fahrgäste weitergegeben werden. Wie es nicht anders hätte sein können ist aber auch Lagerung der Gondel sehr leichtgängig, womit ein Scorpion ein rundum intensives Fahrvergnügen bietet.

 

Wenn man sich so richtig dreckig fühlen möchte, so sollte man the Claw keineswegs auslassen. Während eine Fahrt in einem Move It! 18 durchaus sehr viel Spaß machen kann und das große Pendant von Soriani & Moser einem ein ordentliches Grinsen ins Gesicht zaubert, so fährt sich der Move It! 24 einfach nur unschön, zumal es vier Mal immer nur dasselbe war. Hier wird man etwas langsamer auf den Kopf gedreht und beschleunigt dann ordentlich, was durchaus zu Kopfschmerzen und Unwohlseinkeit führen kann. Das ein Move It durchaus das größte Potential hat wenn die Anlage mal nicht Vollgas gibt scheint dem Park eher unbekannt zu sein.


Pharaos Fury (Adventure Island)
Rumba Zumba (Adventure Island)
Scorpion (Adventure Island)
The Claw (Adventure Island)


Neben dem kaum ein Jahr alten Kiddi Koasta, welcher sich vorallem durch einen sehr unangenehmen Lift und einem ruckeligen Start von den mobilen Anlagen aus dem Hause S&MC unterscheidet und daher etwas weniger spaßig daherkommt gibt es noch zwei weitere Achterbahnen in diesem Bereich.

 

Auf dem Dach einer 2010 errichteten Spielehalle befindet sich der Mighty Mini Mega Coaster aus dem Hause Pinfari. An dieser Anlage sieht man eindrucksvoll, dass man ganz schön viel Strecke auf möglichst wenig Platz errichten kann, zumal der Platz kaum größer ist als der Kiddi Koasta eine Ebene tiefer. Die Fahrt gestaltet sich überraschender Weise sehr sanft, was gerade durch die seltsam geformten Kurven und für einen erwachsen Körper viel zu engen Sitze kaum zu glauben ist. Die Bremsung passiert hier auch absolut seltsam, da man hier versucht allein durch die Reibung zwischen dem Zug und einem Blechteil den Zug zum Stehen zu bringen. Die Reibräder quälen den Zug dann noch im Schneckentempo bis zum Bahnhof, worauf man sich mit einem High Five vom Ride Op verabschiedet, sofern man die Bahn denn auch mighty mega gefunden hat.

 

Nur getrennt von einem, doch arg gequetschten, Riesenrad kann der Park eine weitere Achterbahn sein eigen nennen. Auch hier verläuft ein Teil der Fahrt über den Dächern der Parkgebäude. bevor es dann rasant in eine Helix geht, woraufhin die Fahrt auch wieder vorbei ist. Der Barnstormer bietet ein durchaus sanftes und zufriedenstellendes Fahrvegnügen, auf einer doch eher untypischen Streckenführung. Einzig über die Farbgestaltung dieser Achterbahn kann man sich streiten.


Kiddi Koasta (Adventure Island)
Barnstormer (Adventure Island)
Barnstormer (Adventure Island)
Mini Mighty Mega (Adventure Island)
Mini Mighty Mega (Adventure Island)


Im rechten Teil des Parks  sind größtenteils ausgewachsene Attraktionen vorzufinden, zumindest was deren Fahrtlänge angeht. Ein gutes Beispiel ist Green Scream, einer der seltenen New-Tivoli Achterbahnen des Herstellers Zierer. Die Fahrt ist im Vergleich zum einen Jahr jüngeren Barnstormer eher unsanft, kann aber durch die Fahrtlänge und der Länge des Zuges durchaus überzeugen. Besonders positiv ist hierbei die durchaus stimmige Ansage vom Band, welcher dem Flying Fish aus dem Thorpe Park beinahe die Coolness entzieht.

 

Auf dem ehemaligen Platz der Berg- und Talbahn Dragon und somit in direkter Nähe des Wellenfliegers in Schildkrötenoptik, wie man ihn auch im BonBon-Land finden kann, steht seit diesem Jahr die Time Machine. Wie auch andere Fahrgeschäfte des Parks ist diese Anlage wohl nach parkinternen Plänen hervorgegangen. Es ist nur zu Schade das diese, ursprünglich für 2011 geplante Attraktionen auch gegen Ende des Jahres 2012 von Kinderkrankheiten einfach nicht verschont wird, denn diese einmalige Attraktion, dessen Fahrablauf zur Zeit nur schwer zu erahnen ist, ist sicherlich ein irrsinniges Vergnügen.


Archelon (Adventure Island)
Green Scream (Adventure Island)
Green Scream (Adventure Island)
Time Machine (Adventure Island)


Die letzte Achterbahn des Parks ist Rage ein Eurofighter 320+ aus dem Hause Gerstlauer, die zumindest von den Achterbahnen her das Vorzeigemodell des Parks ist. Diese Achterbahn verbindet alle wichtigen Elemente eines Eurofighters und addiert noch eine Prise seltsamer Eigenheiten hinzu. Während der Start noch altbewährt ist, so spürt man im Looping einen komischen seitlichen Versatz ab der Kuppel dessen. Es folgt eine recht bizarre Wende, einem Cutback nicht unähnlich, woraufhin man sich im Anschluß einer Aufwärtskurve in einer Heartlineroll erneut überkopf sieht. Eine Helix rundet das Angebot ab. Während sich die Fahrt in ihrer Sanftheit gut mit Vildsvinet aus dem dänischen BonBon-Land vergleichen lässt und daher keine Nennenswerte Unruhen aufweisen kann, so entsteht dennoch ein nicht ganz ideales Fahrgefühl, weshalb der Drang mehrere Fahrten zu machen nicht so ausgeprägt ist wie bei den anderen Modellen des Achterbahntyps.


Rage (Adventure Island)
Rage (Adventure Island)
Rage (Adventure Island)
Rage (Adventure Island)
Rage (Adventure Island)


In einer seltsamen Sackgasse gelegen befindet sich der Zamperla Turm Sky Drop. Die Anlage kann leider während des Falls keine negativen Kräfte erzeugen, jedoch sind die positiven Kräfte, sobald es wieder aufwärts geht, durchaus ausgeprägt und sorgen für ein sehr seltsames Fahrgefühl. Wie immer bei solchen Fahrgeschäften wird die Fahrt leider sehr schnell monoton, hier wäre weniger Fahrzeit in der Tat etwas mehr. Die Ausstrahlung dieses Fahrgeschäfts mit der breiten Gondel ist darüber hinaus ziemlich einmalig.

 

Etwas gequetscht zwischen den Schlauchbootrutschen Tidalwave blau und grün, sowie dem Darkride Over the Hill befindet sich ein weiteres Fahrgeschäft aus dem Hause Tivoli. Im Vergleich zu den Techno Power Modell, welches auch in Deutschland auf größeren Plätzen anzutreffen ist verschont einen ein Orbiter mit dem immensen Druck auf die Beine, was dem Fahrvergnügen sogar etwas zu Gute kommt. Jedoch neigt auch dieses Fahrgeschäft dazu sehr schnell sehr monoton zu werden, glücklicher Weise ist die Fahrt im Adventure Island dann aber auch schon vorbei.

 

Die eigentliche Hauptattraktion des Parks ist der Darkride Over the hill, eine schaurig schöne Themenfahrt im Comicstil, welche wie auch Niglolands Manoir Hanté ein Geheimtipp ist. Während der stockdunklen Fahrt über den Hügel wechseln sich animierte Szenen mit Animatroniks ab. Lustiger Weise ist die Fahrt, sofern man sie nicht vorher schon kannte sogar recht erschreckend, denn es ist doch einiges anders als man denkt. Zumindest ist Over the hill eine der stimmigsten Geisterbahnen Europas und braucht sich keinesfalls hinter Disneys Haunted Manoir verstecken.


Over the Hill (Adventure Island)
Over the Hill (Adventure Island)
Sky Drop (Adventure Island)


Adventure Island ist ein durchaus besuchenswerter Freizeitpark an der englischen Nordseeküste, der vorallem durch eine engere Bebauung als der Pleasure Beach in Blackpool auffällt. In Verbindung mit dem längsten Pleasure Pier, auf dem sogar ein eigene Eisenbahnstrecke beide Enden des Piers verbindet, kann man sich gut einige Stunden beschäftigen, ehe es dann wieder nach London geht.


Weitere Bilder zum Bericht finden Sie in der entsprechenden Galerie.