Allgemeine Informationen


Freizeitpark:
Phantasialand (seit 1967)                                    
   
Adresse: Berggeiststraße 31 - 41
  50321 Brühl

http://www.phantasialand.de/de 
   
Betrieb: Fam. Löffelhardt 

[14.07.16] Wilde Fahrten auf Taron und Raik


Verjüngungskuren sind auf Grund des begrenzten Platzangebots keine Seltenheit im Phantasialand, eine komplette Umgestaltung eines Themenbereichs, welcher zuletzt nur durch die schnarchlangweilige Themenfahrt Silbermine für Besucher mit einem großen Hang zu alten Zeiten relevant war, gehört gewiss dazu. Dennoch schien man an alten stilprägenden Ikonen zu hängen, auch wenn diese vor lange Zeit durch ein Feuer komplett zerstört wurden, denn das Multi-Millionen-Euro-Projekt Klugheim mit den beiden Achterbahnen Taron und Raik in eindrucksvoller Kulisse erinnert doch stark an den Bereich rund um die legendäre Achterbahn Gebirgsbahn und ihrer kleinen Schwester, der Grand Canyon Bahn.

 

Dass man damit alles richtig gemacht hat ist mehr oder weniger eindeutig, sobald man einen der zahlreichen Zugänge zum Bereich betreten hat und sich von der atemberaubenden Kulisse überwältigen lässt. Nun könnte man über die Basaltfelsenformationen oder die zahlreichen Holzbauten schwärmen, an denen sich die schwarzen Schienen beider Achterbahnen vorbeischlängeln und sich dabei zahlreich überkreuzen, was sicherlich seine Berechtigung hat, aber in sehr vielen Foren und den parkeigenen Blogeinträgen bereits ausführlich diskutiert wurde; mein Highlight bleibt dabei jedoch das grandiose Essen, welches man in Rutmor’s Taverne, dem äußerst nett gestalteten Restaurant des Themenbereichs, zu normalen Preisen bekommen kann und welches den sonstigen Angeboten in Freizeitparks beliebiger Größe gehörig den Allerwertesten versohlt. Wie bereits erwähnt, muss man sich in diesen Bereich schlichtweg verlieben. Eine Achterbahn bedarf es dazu eigentlich nicht, aber der Ausblick auf gleich zwei davon lässt das Enthusiastenherz laut pochen und den Eigentümer dessen schnurstracks in Richtung einer der Eingänge gehen. 


 Chiapas - Phantasialand
Colorado Adventure - Phantasialand
Mystery Castle - Phantasialand
Alt Berlin - Phantasialand


Die kleinere Anlage der beiden Achterbahnen nennt sich Raik, ist aus niederländischer Produktion des Herstellers Vekoma und weist als Achterbahn vom Typ Family Boomerang eine obligatorische Vorwärts- und Rückwärtsfahrt auf; leider aber auch eine stets recht lange Warteschlange dafür, weswegen sich ein Besuch erst zu den späteren Öffnungsstunden wirklich lohnt, wenn auch wirklich jeder andere bereits seine Runde auf der Achterbahn gedreht hat.

 

Dabei gibt es über die Fahrt kaum etwas zu meckern und nachdem man die Warteschlange hinter sich gelassen hat, geht es auch zügig den Reibradlift empor. Rückwärts auf die Ausgangshöhe von 25m gebracht wird der Zug kurz an Ort und Stelle gehalten, während die Reibradpaare mechanisch auseinander gedrückt werden. Nach der Freigabe des Zuges rast dieser den Hügel hinunter und sogleich durch die Station hindurch. Nach einem kurzen Hügel, welcher eine knackige Abwärtshelix einleitet wird der tiefste Punkt der Anlage erreicht. Mit nun 62 km/h schießt der Wagenverbund durch den Kanal, welcher in einer Linkskurve verlassen wird. Über einen kurzen Umschwung nähert man sich dem Lifthügel, wonach man auf der Parallelstrecke zu diesem, zumindest in der Theorie, über ein zweites Reibradpaar, erneut an potentieller Energie gewinnt. Der Rückwärtspart wird nun etwas langsamer durchfahren, weswegen auch die Kräfte nicht ganz so ausgeprägt sind wie auf der Hinfahrt.


Raik - Phantasialand

Raik ist eine überaus nette Familienachterbahn, die trotz ihrer beiden (Welt-)Rekorde als höchste und schnellste Anlage ihrer Art, nicht ganz an die Fahreigenschaften des Prototypen Ben 10 – Ultimate Mission aus dem englischen Freizeitpark Drayton Manor herankommt, da diese durch ihr deutlich kompakteres Layout und der damit verbundenen dynamischeren Fahrweise schlichtweg etwas mehr überzeugt. Dennoch kann man sich kaum eine bessere Achterbahn vorstellen um die nächste Generation ans Achterbahnfahren zu gewöhnen.

 

Sobald diese dann alt und vor allem groß genug ist, steht der zweiten Achterbahn dieses Bereichs nichts mehr im Wege. Sobald man die schöne Queue und den darin inkludierten äußerst trostlosen Open-Air-Warteplatz, mit immerhin nun einigen wenigen Schattenspendern, hinter sich gelassen hat und sich nun für eine Fahrt im hinten Teil des Zuges oder, bei meist derselben Wartezeit, ersten Reihe entschieden hat, kann die Fahrt auch sogleich beginnen.

 

In einer Rechtskurve verlässt man die Station, woraufhin sich der Zug alsbald auf der Warteposition für den kommenden Abschuss befindet. Sobald der Streckenabschnitt freigegeben, wird der Zug mit ordentlich Druck beschleunigt und rast sogleich eine rechtsführende Steilkurve empor. Diese entpuppt sich rasch als leicht übergeneigtes Wendemanöver, welches den Zug in luftiger Höhe in Richtung eines äußerst schicken Camelbacks schickt, welcher einen mit außerordentlicher Ejector-Airtime aus dem Sitz befördert. Mit einem riesigen Grinsen im Gesicht führt einen der Wagenverbund gekonnt durch eine enge Linkskurve, just bevor im folgenden Umschwung ein sehr überraschendes Highlight auf die Besucher entgegenkommt. Der, noch recht junge, Bock versucht den fahrwilligen Parkbesucher dabei seitlich aus dem Zug zu schmeißen. Quelle surprise exceptionelle! Hieraus schießt der Zug durch eine weite Rechtskurve und passiert darauf zwei gemächlicher durchfahrene Umschwünge in unmittelbarer Anordnung. Nach dem zweiten Umschwung zeigt man sich einmal kurz in der Ecke um die Achterbahn Raik, ehe man sich in leichter Bayernkurvenmanier von der Anlage abwendet. Hieran schließt sich eine Linkskurve an, die in einem kurzen Zickzackteil überleitet. Eine weitere Linkskurve führt den Wagen in eine Grube hinab und beendet damit den ersten Teil der Fahrt.


Taron - Phantasialand
Taron - Phantasialand
Taron - Phantasialand
Taron - Phantasialand
Taron - Phantasialand


Im Gegensatz zur Achterbahn Lost Gravity aus dem flevoländischen Freizeitpark Walibi Holland, die eine ähnliche Zweiteilung der Fahrt aufweisen kann, beginnt der zweite Akt der Fahrt mit einem überragenden Highlight, ähnlich dem Song „Totale Finsternis“ aus dem Musical Tanz der Vampire oder dem „Maskenball“ aus Phantom der Oper. Generell kann man Taron mühelos mit einem guten Theaterstück vergleichen, nur das man es hier eher englisch betrachtet und auf eine Pause verzichtet.

 

Mit erhabener Wucht wird der Zug nun mittels einer zweiten Abschussstrecke, aus der Fahrt heraus, auf seine Höchstgeschwindigkeit von 117 km/h gebracht. Daraufhin schießt dieser eine sehr steile Linkskurve empor. An der höchsten Stelle des Layouts angekommen bleibt einen kaum Zeit zum Luftholen, denn die kurvenreiche Schussfahrt folgt im Nu. Dabei führen mehrere kurze Richtungswechsel, bei beständiger Neigung, zu einer raschen Abfahrt, ehe man sich mit einer ordentlichen Querneigung in den Abgrund wirft. Auf dem darauffolgenden Hügel versucht einen der Bock erneut seitlich abzuwerfen, doch auch dieser Versuch scheitert. Aller guten Dinge sind drei, weswegen sich der darauffolgende Umschwung ebenfalls genauso wild fährt. Hierauf überquert man relativ gemäßigt eine Rechtskurve, oberhalb der Köpfe der entschlossenen Fahrwilligen innerhalb der Warteschlange. Ein letzter gemächlicher Umschwung leitet die letzte Linkskurve der Fahrt ein. Auf den einzigen geradlinigen Streckenabschnitt, abseits der Station-, Abschuss- und Bremsstrecken, überquert man zwei Hügel, auf denen die Geschwindigkeit jedoch recht stark reduziert wird und ein Abheben aus dem Sitz leider nicht stattfindet. Diese, einzige, Schwachstelle des Layouts wird mit der anschließenden und recht engen Rechtskurve gekonnt kompensiert, woraufhin auch gleich die Bremsen erreicht sind.


Taron - Phantasialand

Taron ist eine wirklich starke Achterbahn und zweifelsohne die beste Achterbahn Deutschlands. Sie steht hierzulande derzeit ohne Konkurrenz dar, da ja auch der Holzgigant aus der Lüneburger Heide mehr schwächelt als läuft und seine Zukunft ungewiss ist; ansonsten wäre Taron nur die beste Stahlachterbahn des Landes, aber wer möchte da noch in kleinen Nuancen unterscheiden? Der Firma Intamin ist mal wieder ein großer Coup gelungen, welcher vom Phantasialand, abseits von der fragwürdigen Rekord-Vermarktung, überragend inszeniert wurde. Die Erwartungshaltung bei kommenden Projekten ist mal wieder um eine Messlatte höher gesetzt worden; mal sehen, wie die anderen Parks (abseits des bereits bekannten Star Trek Coasters des Movie Park Germany) reagieren werden. 

 

Weitere Bilder zum Bericht finden Sie in der entsprechenden Galerie.

[27.07.14] Den Diskogöttern auf der Spur auf Chiapas


Wenn man nicht gerade niedersächsischer Student ist, so ist es eigentlich eine Schnapsidee während der Semesterferien bei einem bekannten Autobauer in Wolfsburg zu arbeiten und in Hannover seine Unterkunft zu beziehen. Ein Fahrticket musste dementsprechend her und da der Deutschlandpass am Ende günstiger war als das reguläre Pendlerticket verzichtete ich nur ungern auf die Fahrten durch Deutschland, auch wenn sich am Ende Brühl als weiteste Strecke erwies.

 

Da die Eröffnung der diesjährigen Neuheit im Movie Park Germany zu der Zeit noch im Dunkeln lag und die Holzachterbahn Bandit gezwungener Maßen am Sonntag nur mit einem Zug betrieben wird, zog es mich zum ersten Mal mit dem ICE nach Köln und dann mit dem RE nach Brühl. Durch Verspätungen der Bahn erreichte ich dann gegen Mittag den Park.

 

Widerstandslos zahlte ich den hohen Eintrittspreis, denn immerhin zog die neumodische Wildwasserbahn Chiapas alle Blicke auf sich und der Eintrittspreis zum Wintertraum gegen Ende des Jahres war inklusive. Die allgemeinen Änderungen innerhalb des Parks waren wieder einmal positiver Natur, so dass sich der Eintrittspreis auch außerhalb dieser Punkte irgendwie rechtfertigte.


Phantasialand
Phantasialand
Black Mamba (Phantasialand)
Phantasialand
Phantasialand


Seit dem Abriss der beiden, eher mittelmäßigen beziehungsweise bizarr öden, Wildwasserbahnen Stonewash und Wildwash Creek fehlte dem Park eine Möglichkeit sich auch außerhalb der Raftinganlage River Quest zu duschen oder zumindest befeuchten zu lassen. Entgegen dem allgemeinen Trend entschied man sich für eine Neuanlage des gleichen Typus, natürlich nicht ohne einem hinreichenden Maß an neuen Rekorden und einer Dekoration, die ihres Gleichen sucht.

 

Das allein spricht natürlich nicht für die Qualität der Anlage, dennoch ist Chiapas ein tatsächlicher Blickfang, auch wenn die Infrastruktur dafür doch ein wenig suboptimal aufgebaut ist. Der Eingang zur Warteschlange ist ein wenig versteckt, sofern man nicht weiß, dass sich ein Großteil dieser unterhalb der Brücke befindet. Während der Wartebereich der normalen Warteschlange bereits voll war führte die Singleriderwarteschlange an allen wartenden vorbei bis kurz vor der Einteilung, wo die Abfertigung von Einzelfahrern sich als ungeeignet für Wiederholungsfahrten herausstellte.


Chiapas (Phantasialand)
Chiapas (Phantasialand)
Chiapas (Phantasialand)

Chiapas - Phantasialand

Endlich auf eines der Boote eingeteilt heißt es folglich sich irgendwie auf seinen Platz zu setzen, ein zugegebenermaßen eher schwieriges Unterfangen, was bei anderen Wildwasserbahnen trotz größerer Enge stets einfacher war. Dafür stellt sich jedoch der allgemeine Fahrkomfort als höher heraus, wenn nicht ein Vollidiot mit seiner Handykamera ein Onridevideo erstellt und sich dabei stets nach hinten lehnt, auf die resultierende Kopfnuss während der ersten Abfahrt hätte zumindest ich gerne verzichtet.

 

Die Fahrt beginnt nach einigen belanglosen Streckenmetern durch den Kanal mit dem ersten Lifthill, welcher durch die verwendete Technik lustiger Weise deutlich rasanter ist als der Reibradlift der Achterbahn nebenan. Durch die Interaktion mit Colorado Adventure kann diese kurzweilige Passage durchaus bemerkenswert sein. Kurz darauf befindet man sich auf der Ausgrabungsstätte und der erste Kontakt mit den Spuren der mexikanischen Ureinwohner findet statt. Sogleich folgt die erste Schussfahrt und mit etwas Glück schwappt bereits die erste Welle auf die Insassen des Boots über. Kurz darauf folgt die erste Weiche, womit relativ ruppig die Rückwärtsfahrt eingeleitet wird. Nun dümpelt man ein wenig durch die anschaulichen Kulissen der Fahrt bis man zum eigentlichen Highlight kommt und den Diskogöttern, ähnlich Feng Ju Palace, huldigt; das darauf folgende Gefälle fällt dann relativ human aus. Relativ zügig wird man von einer weiteren Weiche auf die parallel laufende Strecke befördert, sogleich ist auch die Fahrtrichtung wieder nach vorne gerichtet. Nach einem kurzen Lift führt der Weg, auf bereits hohem Niveau, unter freien Himmel weiter, bis nach einiger Zeit der nächste Lifthügel erreicht wird und sich die von außen, sehr aufsehenerregende, Schussfahrt nähert. An höchster Stelle der Fahrt angekommen geht es nun relativ steil und schnell gen Boden und unter der Brücke entlang, bis sich, als deutschlandweite Neuheit, ein kleiner Hügel anschließt, auf welchen man leider kaum abhebt. Ein letztes Mal geduscht folgt nun die Rückfahrt in Richtung der Station.

 

Chiapas ist fürwahr die Wildwasserbahn des Phantasialands und definitiv die derzeit modernste Wasserbahn ihrer Art, ist sie aber die beste ihrer Gattung? Die Antwort auf diese Frage ist relativ einfach, denn sie ist es nicht, aber sie ist auch keinesfalls auf dem Durchschnittsniveau ihrer Vorgänger und kann sich deutschlandweit behaupten, aber mit den beiden Anlagen aus Blackpool und San Martin de la Vega ist selbst die Konkurrenz innerhalb Europas bereits sehr groß. Chiapas punktet zumindest durch ihre originelle Gestaltung und die durchaus gelungene Fahrt, so dass Widerholungsfahrten, sofern es nicht ganz so voll ist und bei River Quest wieder etwas mehr Leute anstehen, durchaus lohnenswert sind.


Colorado Adventure (Phantasialand)
Colorado Adventure (Phantasialand)
Colorado Adventure (Phantasialand)
Colorado Adventure (Phantasialand)


Aber nicht nur Chiapas kann durch ihren Bau überzeugen, so profitierte auch Colorado Adventure auf höchstem Niveau davon. Nicht nur das ganze neue Holz wirkt wunderbar an der Anlage, auch kann die neue Lackierung im höchsten Maße überzeugen. Die Fahrt ist mittlerweile auf manchen Streckenabschnitten die bessere Dunkelachterbahn und lädt durch ihre nun verbesserte Fahrt zu sehr, sehr, sehr vielen Fahrten ein. 

 

Weitere Bilder zum Bericht finden Sie in der entsprechenden Galerie

Weitere Bilder bzgl. Chiapas finden Sie in der Galerie des Folgejahres.

[28.12.12] Wie ein anderer Park (inklusive Glitzerglatze)


Winteröffnungen sind eine wunderbare Gelegenheit bekannte Parks unter einem anderen Blickwinkel kennen zu lernen, Rabatte durch Jahreskartenbesitzer jeglicher Parks helfen einen da noch ein wenig mehr. Da die Anzahl der zu dieser Jahreszeit operiereren Parks bekanntlich und sinnvoller Weise gering ist, so stehen nur wenige Ziele zur Verfügung, welche sich allesamt in der blauen Banane befinden.

 

Das solche Blickwinkel einen zutiefst kritischen Artikel fast komplett revidieren können ist durchaus denkbar, nur das dieses gerade beim Phantasialand zutrifft war so gut wie ausschließbar. Betritt man nun den Park, so fällt einen in erster Linie auf, dass die meisten Baustellen der Vergangenheit passé sind. Zwar wird in diesem Jahr der neue Intamin Reversed Flume Ride erbaut, jedoch fällt diese Baustelle nicht in das katastrophale Bild des letzten Jahres.


Baustelle Chiapas (Phantasialand)
Baustelle Chiapas (Phantasialand)
Baustelle Chiapas (Phantasialand)


Seit dem letzten Besuch kamen zwei weitere Attraktionen hinzu, die es auch zu testen bedarf und sich beide im Berliner Themenbereich befinden. Zum Einen wäre dabei das großartig verrückte Hotel Tartüff einen Besuch empfehlenswert, sofern man seinen Verstand ein wenig auf Erholungsurlaub schicken möchte. Das Hotel ist eine Mischung aus einem schiefen Haus und einem Funhouse, beides ansich sehr klassische Attraktionsarten. Die Mischung kann hierbei überzeugen, wobei es auch einige Mängel gibt. So wurde beispielsweise nach mehreren Unfällen die oberste Rutsche gesperrt, die Treppenelemente sind mit unvorteilhaften Geländern versehen, und vieles ist einfach nur doppelt oder auf die Weile nervtötend. Die besonderen Ideen des Hauses sind allesamt gut umgesetzt, jedoch fehlt das gewisse Extra um ein rundum perfektes Erlebnis bieten zu können, wie es beispielweise die Villa Fiasco im niederländischen Toverland bietet.


Hotel Tartüff (Phantasialand)
Hotel Tartüff (Phantasialand)
Hotel Tartüff (Phantasialand)


Am zentralen Platz des Parks konnte beim letzten Besuch die Fassade der Maus au Chocolat Themenfahrt betrachtet werden. Nun kann man auch die schon ein wenig an englische Wartezeiten ausgelegte und schön gestaltete Warteschlange durchwandern. Sobald man die 3D Brille aufgesetzt hat und die dreidimensionelle Welt anfängt wahrzunehmen geht es auch schon los. Vorbei an sehr schön gestalteten Szenen vor und nach der interaktiven Mäusejagd vor den Bildschirmen zieht sich die Fahrt langsam aber sicher durch das Gebäude. Der interaktive Part kommt in einer doch ausreichend guten Qualität daher, störend ist hierbei jedoch der Schußmechanismus, der konsequent eine Widerholungsfahrt ausschließt, sofern nicht die richtige Taktik gefunden wurde. Das Geballere auf die Bildschirme ist Gewöhnungssache und macht in den meisten Arcaden einfach mehr Spaß, da hilft auch der kaum genutzte 3D Effekt, welche im Grunde nur dem aktuellsten Trend der Technik folgt. Das vom gleichen Hersteller auch durchaus kurzweilige und recht interessante Fahrgeschäfte geboten werden, wie Beispielweise Vengeance 5D im London Dungeon, hebt die Schwächen von Maus au Chocolat nochmals hervor. Nichts desto trotz ist die interaktive Themenfahrt im Phantasialand nicht schlecht, nur etwas zu lang, und erfreut sich großer Beliebtheit. Den Park sollte man jedoch nicht nur für diese Attraktion besuchen, denn in dieser Sparte gibt es allein in Europa deutlich bessere Vertretter ihrer Art, den Suchtfaktor, obwohl überlieferter Abhängigkeit diverser Personen, ist zumindest gering.

 

Interressanter Weise konnten bei diesem Besuch alle Achterbahnen überzeugen. Der Tempel des Nachtfalken fuhr sich wie vor einigen Jahren und nicht so schleichend langsam wie beim letzten Besuch, Winjas Fear bot den bekannten Fahrspaß bei einer sehr ausgeprägten Drehung und Winjas Force kann doch etwas. Hierbei sei aber auch gesagt, dass gerade die Fahrt auf Winjas Force den zusätzlichen Faktor einer zutiefst panischen Mutter, die die ganze Zeit ihre Tochter angeschrien hat unterlag. Nach der Fahrt aller kürzeren B&M Inverted Coaster Europas hat sich das, doch einigermaßen bestimmte, Bild auf die Black Mamba geändert. Sie ist nicht schlecht und auch keineswegs kraftlos, wenn doch nach dem zweiten Korkenzieher etwas zu lang. Den beiden Schwachstellen im Fahrablauf von Alton Towers Nemesis ist sie zumindest überlegen und bietet im Allgemeinen doch die bessere Fahrt, kommt aber keineswegs an Nemesis Inferno oder auch Batman - La Fuga heran.


Colorado Adventure (Phantasialand)

Im Showbereich des Parks bietet man im Winter gleich vier Produktionen extra für diese Saison. Die wohl schlechteste Show aller Zeiten gehörte wohl auch dazu. Nachdem man die Show One little Moment um gut 30 Minuten gekürzt hatte muss man sagen das sie keineswegs schlecht war, jedoch nicht unbedingt von Logik und einer Story gesegnet war. Dass die Sängerin aber tatsächlich nicht so gut singen konnte und allein der dunkelhäutige Hauptakteur die Show durch seine brilliante Stimme und seine allgemein fiesen, wenn auch wahren, Kommentaren bereicherte, macht die Show jedoch nicht unbedingt sehenswert, was bis dato aber bei den meisten Freizeitparkshows der Fall ist. Die schlechteste Show bleibt daher die ehemalige Stuntshow mit Wonderboy im gleichen Park.  

 

Passend zur Kitschüberladung des diesjährigen Weihnachtsshow Crazy Christmas war selbst die Glatze des ortansäßigen Obdachtlosen mit glitzender Kinderschminke verziert, welcher amtsgerecht die erste Reihe schmückte. Nicht nur der Wintergartenpenner, so die offizielle Namensgebung durch diverse Fans des Parks, bereicherte die Show, welche im Allgemeinen als gut komposierte Varieté Show zu beschreiben ist, sondern auch die stimmige Dekoration des aus Sieben bekannten Szenebildes, welche wie eine Dönerbude zu Weihnachten erstrahlte, aber glücklicher Weise nicht seinen Kotzreiß erregte oder für dauerhafte Augenschäden sorgte, wie es beispielweise der grottenschlechte Pirates in 3D, entschuldigung, 4D Film macht.

 

Die Abendshow des Parks, die magische Rose, bietet eine simple Geschichte bei der eine alte, schäbig wirkende, Dame versucht Rosen unters Volk zu bringen und dabei sehr schlecht von eben jener Bevölkerung behandelt wird. Nur eine junge Dame vermag zu helfen und bringt das Licht wieder in die in die Dunkelheit getriebene Bevölkerung. Die Kostüme sehen anfangs schon sehr schön aus, sofern aber das Licht eingeschaltet wird erstrahlen sie in einem wunderen Glanz, der zusammen mit dem Feuerwerk eine tolle Ausstrahlung erzeugt.

 

Das Phantasialand ist im Winter eine andere Welt, die man gerne besuchen kann. Die Neuheit des nächsten Jahres richtet sich gegen den allgemeinen Trend und bietet eine neue Wasserbahn, was man nur begrüßen kann. Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass sich der Park auch bei einem möglicher Weise schon früheren Besuch erneut so gut schlägt, denn wie auch beim Hansa Park scheint es ein ständiges auf und ab in diesem Park zu sein.

 

Weitere Bilder zum Bericht finden Sie in der entsprechenden Galerie.

[17.05.11] Achterbahn fahren im Phantasialand


Auf Grund eines Wettbewerbes mit geringer Beteiligung zur bis dato nicht eröffneten Attraktion Maus au Chocolat verschenkte das Phantasialand mehr oder weniger diverse Eintrittskarten für die diesjährige Saison. In der Zeit des letzten Besuchs im Jahr 2009 hat sich einiges geändert, so ist zum Beispiel die beste Themenfahrt des Parks, die Gondelbahn, abgerissen worden, es gab eine Ansammlung neuer Kinderfahrgeschäfte aus italienischem Hause, die Nachbarn haben einen Grund sich, über eine flüsterleise Wasserattraktion, zu beschweren gefunden und eine Erweiterung steht wegen ein paar Ökoleuten ohne Verstand noch weit in den Sternen.

Der erste Eindruck, vom alten Eingang aus, welcher nun nur noch den Shuttle Gästen dient ist schon mal ganz nett, auch wenn die Mainstreet früher besser wirkte. Der große Platz wirkt recht seltsam in diesem Park und die vorhandenen Baustellen passen nicht in das Ambiente. Ähnlich sieht es mit dem großen Durchgang von Berlin zum Fantasybereich aus.

 

Als eine der neueren Attraktionen konnte sich vorallem die fröhliche Bienenjagd als gute Investition behaupten. Von außen recht unscheinbar kann der Fahrablauf der Anlage auf einen wirken, jedoch ändert sich dieses Anschauung während der Fahrt auf einem Schlag wenn der Wagen zum ersten Mal über den Hügel brettert. Die Mundwinkel verziehen sich und ein breites Grinsen kommt zum Vorschein.

Die abseits gelegene Themenfahrt Hollywood Tour sollte sich von dem altbackenen, während der Fahrt kaum erkennbaren, Leitmotiv trennen um erneut in Betracht einer Fahrt gezogen zu werden. Glücklicher Weise ist die Fahrt um einiges spannender als die Bootsthemenfahrt Piraten in Batavia im Europa-Park, bei der man auch gerne 2/3 der 20 Minütigen Fahrt ein Nickerchen machen kann, dennoch steckt in dieser Anlage so viel mehr Potential, was man für sich Nutzen könnte, denn so wie sich die Anlage zur Zeit zeigt reicht sie eigentlich nur als verzichtbare Fahrt für zwischendurch.

Ein Stockwerk über der Hollywoodtour liegt die Vekoma Dunkelachterbahn Temple of the nighthawk. Leider konnte diese Anlage kaum das widergeben, weshalb sie in einem Ranking auf den höheren Plätzen thronen sollte. Sofern der Wechselparkurs aus Rechts- und Linkskurven in einem Schneckentempo durchfahren wird kann man sich die Anlage trotz ihrer überragenden Länge durchaus sparen. Wie intensiv vergleichbare Anlagen unterwegs sein können zeigt Eftelings Vogel Rok.

Ein Gebäude weiter hat man die Wahl zwischen zwei mittelmäßigen Drehgondelachterbahnen, wovon eine eher schlecht als recht und die andere einfach nur besser ist und dieses in fast jeder Hinsicht. Die Rede ist natürlich von Winjas Fear und Force. Sollte man hier länger als 30 Minuten anstehen müssen, so lohnt sich nur eine Fahrt auf Winjas Fear, da die Anlage durch ihre Wahl der Elemente eher an die hochkarätigen Spinning Coaster Dragons Fury und Crushs Coaster herankommen. Nur die speziellen Elemente machen die Fahrten auf beiden Spuren zu einem Erlebnis, welches man sofern unbekannt erleben sollte, aber nicht muss.

Marschiert man den Berg wieder nach oben stößt man als erstes auf den Simulator Race for Atlantis, dessen Highlight der Sicherheitsrap der Vorschau ist, sofern man überhaupt in eine der Kabinen geleitet wird, denn das Personal vergisst gerne mal die Passagiere. Die eigentliche Simulation ist nicht sonderlich erwähnenswert, was Schade ist, denn immerhin hat allein die Art den Film zu zeigen schon sehr viel Potential.

Der Suspended TopSpin Talocan ist von außen recht schick, hat jedoch ständig das Problem das mehr Leute zuschauen als fahren und daher gaffend im Weg rumstehen. Die Fahrt selbst ist ausgewogen intensiv und kann durch die Überschlagsserien punkten, welche glücklicher Weise länger ausfallen als bei einem TopSpin erster Bauart. Auch der Bügel geht, trotz seiner ungünstigen Bauweise, einen nicht so extrem auf die Eier wie zuvor erlebt, als ein gewisser jemand seinen Spaß hatte den Bügel viel zu eng zu schließen. Die bessere, wie auch magenfreundlichere Fahrt, bekommt man auf der Zuschauer gerichteten Seite, da die Wand einem nicht ständig die Orientierung raubt.

Hat man seine Freude am Wasser, so kann man neben zweier Wasserspielplätze, auch noch das Parkhausrafting River Quest, sowie die zwei Wildwasserbahnen Stonewash und Wildwash Creek nutzen. Wo die linke Seite beider Wasserbahnen durch einen viel zu kurzen Auslauf punktet, so kann die andere Seite durch einen vorhandenen Nässegrad überzeugen. Jedoch sind beide Anlagen sehr Sarnierungssbedürftig und so würde es einen nicht wirklich wundern beide Anlagen bald dem Erdboden gleichgemacht zu sehen.

Die Hafema Raftinganlage des Parks kann einen mit etwas Glück nässer machen als die zwei Wildwasserbahnen, wenn man jedoch richtig viel Glück hat kann es passieren das man wunderbar durchnässt wird, wenn man aber verdammt viel Glück hat kann es passieren das man zwischenzeitlich mit so viel Wasser überflutet wird, so dass die anderen Insassen im Boot einen vor lauter Wasser kurzzeitig nicht mehr sehen. Erstaunlicher Weise blieben die Schuhe trocken, so dass keine Gefahr bestand sich Blasen und anderen unvorteilhaften Kram einzufangen.

Um wieder trocken zu werden bietet sich einen ein Fahrstuhl in einem hohen Gemäuer an, welcher von der erreichten Höhe nicht das bietet was er bieten könnte. Das Mystery Castle ist kein Turm den man unbedingt fahren muss, vor allem nicht wenn man für den Turm länger warten muss, denn sowohl vom Fahrablauf als auch von der Atmosphäre gibt es gelungenere Intamin Türme, die auch wesentlich leiser daherkommen.

 

Die Themenfahrten Silbermine und Geisterrikscha waren leider keiner Erwähnung wert, wo die Silbermine jedoch keinen Ruf zu verteidigen hatte, denn die Anlage gilt im Allgemeinen als langweilige und vorallem langatmige Themenfahrt, so musste es zumindest die Geisterrikscha, welche eigentlich ein guter Darkride sein sollte. Viele der Szenen wurden einfach durch neuere Maßnahmen im wahrsten Sinne verschlimmbessert. Sofern man die ganze Anlage nicht zu 100% erneuern möchte, so sollte man doch wenigstens darauf achten, dass der Charme des Fahrgeschäfts nicht größeren Schaden erleidet.

 

Im Fengju Palace, dem Vekoma Madhouse des Parks, wollte dann nichts so laufen wie es laufen sollte. Die Projektion gegen Ende der Fahrt verfehlte die dafür vorgesehene Fläche und wurde halbwegs auf der sich noch drehenden Trommel dargestellt. Dieser Fehler führte nach Ende der eigentlichen Fahrt dazu das sich die Türen in einer ziemlich blöden Lage befanden. Nach einiger Zeit wurde die Trommel wieder in Ausgangsposition gebracht und die Türen gingen auf.

Wie die Bild auf den Titel Crashachterbahn für die Black Mamba kommen konnte bleibt wohl immer ein Rätsel, jedoch war der Todesfall vom letzten Samstag keineswegs einem Unfall verschuldet, sondern auf der Achtlosigkeit des Opfers.Trotz aller Versuche selbst einen Crash zu erleben bot die Black Mamba die solide Fahrt für die sie auch bekannt ist. Da das Sitzenbleiben trotz leerer Plätze nach wie vor nicht gegeben wird und die Warteschlange für solche Unterfangen schlichtweg zu lang ist wurden nicht sonderlich viele Fahrten getätigt.

 

Stattdessen wurde die ein oder andere Runde, dieses Mal mit Sitzenbleiben, auf der Vorzeigeachterbahn des Parks, der Colorado Adventure, gedreht. Für die Freunde des gepflegten Soaksports wurde die rechte Seite des Zuges Pflicht, da diese vom Wasserfall des dritten Liftes nicht verschont wurde. Die seltsam gebankten Kurven und die allgemein als hoch zu bezeichnende Geschwindigkeit machen die Anlage zu einer der besten Vertretter ihrer Art, auch wenn das Rückenpolster nach wie vor als störend zu bezeichnen ist.


In diesem Jahr konnten neben einem  guten und vorallem schnellen Wellenflieger, welcher zudem eine erfrischende Fahrt bietet, zwei Kinderfreifalltürmchen des gleichen Hauses in den Park ziehen. Auch wenn die Größe täuscht, so können beide Türme wie auch fast alle Kinderfahrgeschäfte im Park sehr überzeugen. Die Fahrt überrascht einen, ähnlich der fröhlichen Bienchenjagd, sehr und kann sogar einen Richtungswechsel vorweisen.

Das Phantasialand ist ein empfehlenswerter Freizeitpark, sofern man entweder viel zu viel Geld hat oder einfach irgendwo eine Karte gewonnen hat. Der Umstand das man zur Midseason immer noch nicht mit seinen Arbeiten fertig wurde verwundert einen doch sehr und die meisten Fahrgeschäfte sind mittlerweise kaum noch eine Erwähnung wert. Im Umkreis von etwa 200 km rund um Köln findet man deutlich bessere Parks, welche vorallem in den Niederlanden vorzufinden sind.

 

Bilder zum Bericht finden Sie in der entsprechenden Galerie.