Allgemeine Informationen


Freizeitpark: Hansa Park (ab 1987)                                           
  Hansaland (1977 - 1986)
  Legoland Sierksdorf (1973 - 1976)
   
Adresse: Am Fahrenkrog
  23730 Sierksdorf
  http://www.hansapark.de/de
   
Betrieb: Fam. Leicht

[02.06.17] Im Reich des kleinen Zaren


Eigentlich dürfte man nur sehr wenig über die Geschichte einer neu errichteten Achterbahn erzählen können, eigentlich. Beim kleinen Zar verhält es sich anders, denn abseits der ihm zugeordneten Hintergrundgeschichte, hat sich eine eigene Hintergrundgeschichte bezüglich der Fertigung ergeben, wodurch die Anlage erst in diesem Jahr errichtet werden konnte und nicht so wie vorgesehen bereits im Vorjahr. Das Standartmodell des italienischen Herstellers Preston & Barbieri, welches bereits unter Anderem im schwedischen Freizeitpark Liseberg seine Runden dreht, entsprach nicht den aktuellsten Normen und konnte daher nicht in Deutschland zugelassen werden. Entsprechende Anpassungen an der Kleinstachterbahn dauerten dann etwas länger als gedacht, so dass der bereits hergerichtete Bauplatz vorübergehend mit zwei Kinderfahrgeschäften gefüllt wurde. Zum Saisonbeginn eröffnete die Anlage dann ohne weitere Probleme.

 

Die Fahrt auf dem kleinen Zaren beginnt mit der Ausfahrt aus der gekrümmten Station hinein in den Lifthügel der Anlage. Oben angekommen folgt ein kleiner Dipp, woraufhin sich die flotte Abwärtshelix der Achterbahn anschließt. Im Tal erlebt der Nachwuchs dann wunderbar ausgeprägte Kräfte, ehe sich ein kleiner Hügel mit entsprechenden Wechselspiel anfügt. Hierauf wird dann sogleich die Station erreicht und drei weitere Runden folgen.


Der kleine Zar - Hansa Park
Der kleine Zar - Hansa Park
Der kleine Zar - Hansa Park
Der kleine Zar - Hansa Park


Der kleine Zar ist eine überaus nette Achterbahn für die jüngsten Gäste des Hansa Parks bzw. für die Parkgäste, denen die anderen Achterbahnen noch zu furchteinflößend sind. Die Fahrt kann man dabei durchaus als rasant bezeichnen, da die Beschleunigungswerte durchaus ausgeprägt sind und ein tolles Wechselspiel bieten.  

 

Als zweite und ursprünglich für dieses Jahr geplante Neuheit eröffnete kurz nach Saisonstart die Gerstlauer-Sky-Fly-Anlage Kärnapulten. Der Klassiker unter den Selbstbedienüberschlagskarussellen zeigt sich auch hier in einem todschicken Gewand, doch das Fahrverhalten kann sich nicht mit den anderen Anlagen dieser Art vergleichen. Während sich dort nämlich auf ausgewählten Plätzen mit etwas Übung eine hohe Anzahl an Überschlägen einstellt, so ist es hier ein Wunder überhaupt einen Drehwurm (und ein zu einem Kreis verengtes Blickfeld) zu bekommen; man bietet also nicht das bewährte Fahrvergnügen für Sky-Fly-Veteranen, für alle anderen Fahrgäste bleibt es natürlich gleich. Grund dafür ist der große Turm der Achterbahn Kärnan, der die Fahrdynamik merklich beeinflusst. 

 

Weitere Bilder zum Bericht finden Sie in der entsprechenden Galerie.

[26.07.15] Der Schwur des Kärnan


Vier Jahre sind vergangen seit mit der Schlange von Midgard die letzte halbfertige Achterbahn im Hansa Park eröffnet wurde, vier lange Jahre in denen sich bis auf dem Abriss des Vertikalfahrtprototypen der Firma Maurer Söhne überraschend wenig im Park geändert hat. Im Zuge der Finanzierung der Planung und Umsetzung des diesjährigen Projektes verständlich, andererseits hätte man die Zeit auch für eine Erneuerung der Bestandsanlagen nutzen können, oder zumindest versuchen können die Anzahl der vordrängelnden Eltern bei der oben genannten Kinderachterbahn zu reduzieren.

 

Als der Hansa Park veröffentlichte einen Hyper Coaster zu bauen waren meine Hoffnungen sehr groß, dass sich der Park an den englischen Freizeitpark Pleasure Beach Blackpool, welcher ebenfalls am Meer liegt und ein sehr begrenztes Areal zur Verfügung hat, orientiert und eine klassische Anlage dieser Art und Weise in den Park setzt. Als großer Fan der Big One wäre zumindest eine fast zwei Kilometer lange Achterbahn des Herstellers Chance Morgan oder vergleichbar, welche sich durch den gesamten Park zieht, ein Grund den Park mal wieder öfters zu besuchen, stattdessen wurde das Projekt durch Bekanntgabe einer Achterbahn mit einem Vertikallift in einem Turm und einer Rolle als Inversionsfigur schlagartig uninteressant, da man die Achterbahn nun als Fluch von Novgorod II einstufen konnte.

 

Der Bau schritt voran und der verdammt hässliche Betonklotz, welchen man in den nächsten Jahren wahrscheinlich noch erkennen kann wuchs in die Höhe. Einige von außen sichtbare Streckenmeter schlossen sich an, das Interesse jedoch lag bei anderen Projekten. Zu Beginn dieses Monats dann erfolgte die Eröffnung der nun dritten Achterbahn aus dem Hause Gerstlauer infolge, natürlich, denn wie soll es auch anders sein, halbfertig. Trotz dessen konnte der Schwur des Kärnan ziemlich schnell die Gunst seiner Mitfahrer gewinnen, denn Kärnan sei vieles, vor allem aber mega extrem, druckvoll, super smooth und, und, und.

 

Im Park selbst fällt Kärnan nur beim Übergang zur Spanischen Glocke und dem Rio Dorado negativ auf, denn der Zugang zu beiden Anlagen wirkt nun leicht versteckt, ansonsten ist der Turm zwar unansehnlich, aber doch beeindruckend. Das flache Layout über der Wiese vor der Barracuda Slide ist recht ansehnlich und durch die quasi nicht vorhandenen Fahrgeräusche der Wagen bemerkt man kaum wie schnell die Züge hier eigentlich unterwegs sind.


Der Schwur des Kärnan - Hansa Park
Crazy Mine vor Schwur des Kärnan - Hansa Park
Torre del Mar vor Schwur des Kärnan - Hansa Park
Barracuda Slide hinter Schwur des Kärnan - Hansa Park
Schwur des Kärnan - Hansa Park


Die Warteschlange wirkt im Allgemeinen sehr provisorisch, bietet aber durch die vorhandenen recht großen Räume im Gebäude sehr viel Potential. Die Gepäckabgabe erfolgt wie bei der Achterbahn Blue fire aus dem Europa Park bei Rust, jedoch gesondert in einem vorgezogenen Raum. Daraufhin betritt man die Warteschlangeneinteilung, bei der es die vier Reihen zu je vier Personen zu füllen gilt. Die Gates sind dabei ein wenig vorgezogen und öffnen sich synchron zu einer der Türen hinter denen sich die Reihen 1 – 4 befinden. Per Zufall wird nun Reihe für Reihe der Zug gefüllt, eine durchaus interessante und lobenswerte Idee, welche so gerne auch von anderen Freizeitparks übernommen werden kann.

 

Die Fahrt beginnt mit einem kleinen Gefälle, woraufhin sich eine, nach außen geneigte, Linkskurve anschließt. Vor dem Vertikallift wartet der Zug dann kurz bis der vorangehende Zug diesen verlassen hat. Gewohnt schnell geht es nun hinauf, ehe der Zug kurz vor dem Ende dessen einen Zwischenstopp einlegt. Dieser wird in Position gehalten, während der Mitnehmer der Kette in Position gefahren wird. Kurz darauf löst sich die Bremse und es kommt wie es kommen muss, der Zug fällt rückwärts hinunter. Durch Bremsschwerter am unteren Ende der, im Lift integrierten, Freifallstrecke reagieren die Magnetbremsen und die Geschwindigkeit des Zuges wird reduziert. Mechanische Bremsen halten den Zug wieder komplett an, die Kette klinkt ein weiteres Mal ein und befördert den Zug nun über die Kuppe des Lifts.

 

In einem vertikalen Gefälle mit zusätzlicher Drehung um 90° verlässt man nun das Gebäude, woraufhin sich ein von außen, nur weit entfernt, an ein Herz erinnernder Streckenabschnitt anfügt. Dabei vollführt man im Grunde einen Non Inverting Butterfly, wobei die seitlichen Neigungen der Strecke durch die horizontalen Kuppen gekonnt unterbrochen werden. Mit erneuten Schwung geht es in eine etwas höher gelegene übergeneigte Rechtskurve, in deren Abfahrt der erste Umschwung stattfindet. Ein kleiner Hügel in Bayernkurvenmanier leitet den zweiten Umschwung ein. Sehr bodennah vollführt man nun eine weite Rechtskurve, wonach sich eine schöne leicht aufwärts führende Zickzackkombination anschließt. In einer weiteren Rechtskurve nähert man sich nun einem Airtimehügel, bei dem man auch wunderbar abhebt. Eine weitere großzügig ausgelegte Bayernkurve leitet in die letzte Kurvenkombination auf dem Rückweg zur Station über. Ein kleiner Hügel später greifen bereits die Bremsen und die Fahrt scheint erst einmal zu Ende.

 

Das Tor öffnet sich und eine Inversion, welche sehr an die letzte Rolle des Smilers aus dem englischen Freizeitpark Alton Towers erinnert, kommt zu Tage. Der kaum vorhanden Geschwindigkeit sei Dank durchfährt man diese mit ordentlicher Hangtime. Eine letzte Rechtskurve mit kleinem Dip vor der Stationsbremse schließt sich an, dabei werden seltsamer Weise erst hier die Fahrtfotos gemacht.


Der Schwur des Kärnan - Hansa Park
Der Schwur des Kärnan - Hansa Park
Der Schwur des Kärnan - Hansa Park
Der Schwur des Kärnan - Hansa Park

Der Schwur des Kärnan - Hansa Park
Der Schwur des Kärnan - Hansa Park
Der Schwur des Kärnan - Hansa Park
Der Schwur des Kärnan - Hansa Park


Der Schwur des Kärnan ist eine durch und durch nette Achterbahn, aber definitiv nicht die beste Achterbahn in Deutschland, auch ist sie sicherlich nicht die intensivste Achterbahn hierzulande. Der Rückwärtsfreifall ist ein nettes Feature, welches man, wäre man der Park, eigentlich großartig bewerben müsste, wie auch die gesamte Anlage. Jedoch ist besagtes Element gleichzeitig sehr kapazitätsmindernd und für das Gesamterlebnis genau genommen sogar unnötig. Der wirkliche Drop hingegen ist absolut genial und auch das Herzelement kann überzeugen. Bei dem darauffolgenden bodennahen Streckenabschnitt verliert man schnell ein wenig den Überblick und bis auf den Hügel und die darauffolgenden Streckenmeter blieb er mir kaum im Gedächtnis. Die Rolle am Ende ist durchaus gut, nur braucht sie eine solche Anlage nicht wirklich.  Die Laufruhe während der Fahrt entspricht dem typischen Fahrverhalten des Herstellers und ist für eine Achterbahn dieser Höhe durchaus sehr gut, aber weit abseits von smooth.

 

Dabei ist mir eins aber vollkommen unverständlich, denn warum öffnet man zum dritten Mal in Folge eine halbfertig gestaltete Achterbahn und das erst zu Beginn der Hauptsaison? Selbst die von Pannen und einem sehr harten Winter nur so gezeichnete Achterbahn The Smiler öffnete in der Nebensaison, andere halbfertige Achterbahnen wie der Sky Scream aus dem Holiday Park sogar zu Beginn der Saison, woraufhin sie sogar noch während der Saison zumindest äußerlich fertig gestaltet wurden. Ich verstehe ja wenn man sich kein Beispiel an seinem nahsten Konkurrenten nehmen möchte, aber in der Heide werden Achterbahnen mittlerweile bereits in der Saison vorher fertiggestellt, zeitnah getestet und pünktlich eröffnet. Dem Schwur des Kärnan zumindest würde eine fertige Gestaltung zumindest allemal besser bekommen, denn obwohl sie derzeit zumindest viel Spaß bereitet, wirklich weltbewegend ist sie nicht.


Weitere Bilder zum Bericht finden Sie in der entsprechenden Galerie.

[21.04.12] Hansa Park, da scheint die Sonne


Nachdem der letzte Hansa-Park Besuch ausreichend war um vorerst nicht wieder in den Park zu gehen zog es meinen Cousin und mich nach reichlichen Überlegungen was man am Wochenende alles unternehmen kann nach Sierksdorf um den Park eine weitere Chance zu geben.

 

Eine der Gründe überhaupt in den Park zu gehen sind die doch recht hohen Preise der Hochseilgärten in der Umgebung Hamburgs und der Umstand eher kurzweilig unterhalten zu werden. Glücklicher Weise rundet der Navajo Trail, als Hochseilgarten, das Angebot des Hansa-Parks ab und kann durch seine Länge, aber nicht unbedingt durch seinen Schwierigkeitsgrad, überzeugen, in dieser Hinsicht ist man im Toverland besser beraten.


Hansa Park
Hansa Park
Hansa Park
Hansa Park


Betritt man den Park durch den, wieder einmal gewachsenen, Themenbereich Hanse in Europa ist die erste Attraktion auf die man, abgesehen von einem kleinen Karussell, trifft der Superrollercoaster Nessie, im Folgenden schlichtweg Nessie genannt. Die 1980 eröffnete Schwarzkopf Achterbahn ist nicht nur die erste stationäre Achterbahn mit einem Looping in Deutschland, sondern auch eine der beiden Einstiegsachterbahnen schlechthin in Norddeutschland.

 

Dabei ist Nessie nicht so harmlos wie sie von Außen her andeutet, denn die Kräfte die sie während der Fahrt aufweist überragen so manch einen süddeutschen Megacoaster um Welten. Hier wird nicht nur der Looping so durchfahren, wie es sich gehört, man verspürt auch eine der ausgeprägtesten Airtimemomente einer Achterbahn in Deutschland, zumindest im hinteren Teil des Zuges.

 

In direkter Nähe bzw unter und über Nessie zieht der Dünenexpress Rasender Roland seine Runden. Diese Kinderachterbahn aus dem Hause Vekoma ist eine ideale, wenn auch etwas grenzwertige, Einsteigerachterbahn. Leider weißt der etwas längere Rollerskater keine Einzelbügel auf, welche sich recht positiv auf den Fahrkomfort ausüben und nicht so ein riesiges Spiel haben wie die Standartbügel. 


Rasender Roland (Hansa Park)
Rasender Roland & Superrollercoaster Nessie (Hansa Park)
Superrollercoaster Nessie (Hansa Park)
Rasender Roland & Superrollercoaster Nessie (Hansa Park)
Rasender Roland & Superrollercoaster Nessie (Hansa Park)


Etwas versteckter am Parkrand gelegen befindet sich mit dem Indoor-Autoscooter Space Race eine sehr ungewöhnliche, gar besondere, Anlage dieses Typen. Während der Fahrt gilt es nun einzelne Planeten anzufahren und per Buzzer im Wagen einzusammeln. Während des Spiels wird die Zeit gemessen und der schnellste Spieler gewinnt das Rennen.

 

Neben dem Gebäude des Weltraumrennens befindet sich die HUSS Troika Wellenreiter. Der Fahrablauf der Anlage ist rasant, wenn auch leicht monoton und wird durch das bis auf die Grenze ausgenutzte Lichtraumprofil aufgewertet. Die im letzten Jahr neu lackierte Anlage weckt die Hoffnung darauf das auch andere Anlagen wie die Wildwasserbahn oder Nessie irgendwann im neuen Glanz erstrahlen können.

 

Mitten im Nichts platziert findet sich die Wellenrutsche Barracuda Slide aus niederländischer Produktion. Sofern man nicht den Anspruch hat sich zu duellieren empfielt sich eine Fahrt zu zweit, da man doch recht ordentlich mit dem Schlauchboot abheben kann. Es wäre schön zu sehen, wenn diese Anlage nicht mehr die Einzigste weit und breit wäre und sich gegebenenfalls mit einer Holzachterbahn kreuzt, denn wenn man einem Trend folgen sollte dann bitte diesem.

 

Die Wilde Maus aus dem Hause Maurer Söhne, die sich hier dem Leitthema einer wilden Minenfahrt gewidmet hat, ist eine bemerkenswerte Anlage, die aber im Laufe der Zeit einige Einbußen erleiden musste. Dabei kam nichts verloren, nur durch die erhöhten Sicherheitsvorrichtungen, seien es die Treppen oder das Schild, welches vor der ersten fiesen Bremse warnt, wirkt die Anlage überladen und keineswegs mehr so stimmig wie zuvor.


Crazy Mine (Hansa Park)
Crazy Mine (Hansa Park)
Crazy Mine (Hansa Park)
Crazy Mine (Hansa Park)


Wo im letzten Jahr noch eine Baustelle vorherschte zeigt sich die Schlange von Midgard nun in einem stimmigen Gesamtbild. Die von Gerstlauer gebaute Anlage kann fahrtechnisch absolut überzeugen und wird dank dem Wasserfall erneut aufgewertet. Die Story selbst fällt in ihrer vollendeten Version bei weiten nicht mehr so nervtötend, aber immer noch kapazitätslindernd, aus. Die Schlangenanimatronic, oder was es auch immer sein soll, im Außenbereich sollte am Besten entfernt werden, immerhin passt sie weder qualitativ noch aus Storygründen ins Gesamtbild.


Schlange von Midgard (Hansa Park)
Schlange von Midgard (Hansa Park)
Schlange von Midgard (Hansa Park)
Schlange von Midgard (Hansa Park)


Der Torre del Mar, welcher leider den benachbarten Fahrstuhl aus dem Hause Maurer Söhne, übertrumpft, ist eine Anlage die ich jahrelang als bestenfalls öde bezeichnen konnte, sofern man sie nicht rückwärts fuhr. Der Geschmack scheint sich nun aber so entwickelt zu haben, dass ich die Anlage als gut empfinde, obwohl sich garnichts an ihr geändert hat. Das Abklingen des StarFlyer Konzepts aus dem Hause Funtime in Europa mag sich positiv darauf auszuwirken.

 

Der Power Tower Montezuma wurde in diesen Jahr ein neues Fahrprogramm spendiert, aber auch der Soundtrack ist nun ein anderer. Die Kräfte während der Fahrt sind nun deutlich ausgeprägter, was dem Prototypen auch wirklich gut tat. Zwar war die Fahrt zuvor auch um einiges besser als die des Power Towers El Desafio aus dem spanischen Isla Magica, nun trennen die Anlage aber Welten.

 

Mit Rio Dorado hat man sich die größte Version einer Spinning Raft Anlage aus dem Hause WhiteWater West in den Park gestellt und  sie glücklicher Weise schön gestaltet. Die Fahrt selbst bietet neben einer Fußmassage, am Anfang und am Ende der Fahrt, einen schön langen Rutschteil, wo man bei guter Beladung auch eine ausgeprägte Drehung erreichen kann, und einen Raftingteil gegen Ende der Fahrt, wo nun eine der Kanonen regelmäßig abgeschoßen wird und mit etwas Glück einige Fahrgäste befeuchtet.


Rio Dorado (Hansa Park)
Rio Dorado (Hansa Park)
Rio Dorado (Hansa Park)
Rio Dorado (Hansa Park)
Rio Dorado (Hansa Park)


Der Grund für viele Freizeitparkfans in den Hansa-Park zu kommen liegt im russisch andeutenden Parkteil und nennt sich Der Fluch von Novgorod. Da am Besuchstag nur mit drei Wagen gefahren wurde bildeten sich hier eine recht lange Schlange, die sich auf Grund der wirklich schlechten Neuplatzierung der Reiheneinteilung auch einfach mal minutenlang garnicht bewegt.  

 

Die Fahrt ansich beginnt mit einem kleinen Ständchen von Rurik, welches sich bei mehreren Fahrten schnell als Ohrwurm einprägt. Es folgt ein weiterer Raum wo man mit dem Siegel des Wolfes Bekanntschaft macht, worauf man auf den anschließenden Achterbahnteil losgelassen wird. Nach einem 90° Drop folgt der, für LSM erstaunlich kraftvolle, Launch, woraufhin man das Gebäude in einer Kurve verlässt um dann auf dem Hügel gut dosierte Airtime zu erfahren, welche in der ersten Reihe intensiver daherkommt. Der Buchtknoten ist der unangenehmste Teil der Fahrt, da man des Öfteren Bekanntschaft mit den Schulterbügeln macht, welcher in einer perfekten Heartlineroll mundet. Nach einer Bremsung erklimmt man den 90° steilen Lifthill, wo man zwischenzeitlich angehalten wird nur um zu erfahren das Wolkov noch lebt, um anschließend 97° zu fallen. Nach einer Steilkurve folgt die stückweise Bremsung um dann wieder auf Stationsniveau zu erklimmen und von einer Vogelscheuche ausgelacht zu werden, einer der wenigen Effekte die noch funktionieren.

 

Der Fluch von Novgorod ist eine gute Achterbahn, mehr aber auch nicht. Die Story, die die Anlage versucht zu erzählen, ist gelungen, lässt aber ein offenes Ende da, was nicht gerade zufrieden stellend ist. Der Weg zum Ausgang weißt neben einer Rutsche noch ein Labyrinth auf, wo sich die meisten Passanten erschrecken nur weil man einfach so in der Gegend rumsteht.


Fluch von Novgorod (Hansa Park)
Fluch von Novgorod (Hansa Park)
Fluch von Novgorod (Hansa Park)


Wieder am Tageslicht muss man sich thematisch umgewöhnen, da man sich nun in Mexico befindet. Hier findet sich im direkter Nähe zum Shop der BHS Metroliner El Paso Express. Die Fahrt in einer doppelten Bayernkurve ist im eingeklappten Zustand der Wagen bei den Richtungswechsel arg gewöhnungsbedürftig, macht ansonsten aber durchaus Spaß. Die kleinen mexikanischen Witze blieben am Besuchstag leider verwehrt.

 

In der Arena Plaza del Mar läuft in diesem Jahr die Varieté Show City Dreams 2012, welche im Gegensatz zum Phantasialand oder Europa-Park nicht versucht hat mich einschlafen zu lassen bzw. es geschafft hat. Die Show besteht im Grunde nur aus vier Nummern, wobei sich zwei derartig ähnlich sind, das man doch lieber auf eine verzichten sollte. Besonders erwähnenswert sind die chinesischen Artisten, welche in ihrer ersten Nummer an zwei Pfeilern turnten und in der zweiten Nummer durch Ringe sprangen.

 

Die Wildwasserbahn des Parks hat eine optische Neuerung erhalten, diese jedoch nicht bei der eigentlichen Fahrt. Am Ausgang der sanierungswürdigen Anlage befindet sich nun eine einladende Lounge, statt eines einzigen Photoverkaufs. Dieser ist auch weiterhin vorzufinden, nur in einer deutlich kleineren und ansprechenderen Version. Gleichzeitig wurde die Photoqualität im ganzen Park angehoben.


El Paso Express (Hansa Park)
Super Splash (Hansa Park)
Super Splash (Hansa Park)
Hansa Park


Etwas abseits wartet die Wasserbahn Super Splash auf seine Fahrgäste. Diese Anlage soll in naher Zukunft umgestaltet werden und so kann man schon erste Hinweise auf die spätere Gestaltung entdecken. Die Fahrt selbst ist einfach nur überragend und kann bei richtiger Beladung der Boote einen sehr hohen Nässegrad aufweisen, den man so leider eher selten in Europa vorfindet.

 

Der Fliegende Hai ist einer der leider selten gewordenen HUSS Ranger. Am Fahrablauf wurde auch in diesem Jahr leicht gewerkelt und so wird der erste Richtungswechsel etwas früher eingeläutet. Der darauf folgende Teil der Fahrt ist Überschlagsreich und kann durch die weicheren Bügel sehr überzeugen.

 

Sehr selten und mal wieder defekt zeigt sich die Schwarzkopf Dschunke Sturmvogel der Öffentlichkeit. Auf eine ähnliche Weise funktionstüchtig präsentierte sich die Glocke im späteren Verlauf des Tages, da das Podium, welches zum Ein- und Aussteigen dient, keinen sicheren Tritt mehr zuließ. Die Glocke selbst ist eine wirklich gute Schaukel, da sowohl Drehung, als auch Ausschwung perfekt abgestimmt wurden. Zwar reicht das Fahrgefühl nicht an eine Zamperla Giant Discovery heran und ist eher vergleichbar mit einer Mondial Revolution, aber sie ist besser als das Pendant von HUSS, was ja auch nicht sonderlich schwer ist.


Hansa Park
Fliegender Hai (Hansa Park)
Fliegender Hai (Hansa Park)
Die Glocke (Hansa Park)


Der Hansa Park hat es in diesem Jahr wieder geschafft zu gefallen, auch wenn der Eintrittspreis mal wieder gestiegen ist. Es wäre schöner und auch angebrachter wären die Preise auf einem ähnlichen Niveau wie beim Nigloland in Frankreich, der ein ähnliches Angebot aufweisen kann, aber dafür müsste man zwei Jahre in die Vergangenheit reisen. Sollte der Park in entfernter Zukunft all seine Projekte abgeschloßen haben und die Bahnen so gut pflegen wie seine Grünanlagen, so kann der Hansa Park sicherlich einer der besten Parks Europas werden, auch wenn man das mit der aktuellen Version des Hansa Park Songs, der glücklicher Weise kein rappendes Kind mehr vorweisen kann, schwer fallen könnte.


Weitere Bilder zum Bericht finden Sie in der entsprechenden Galerie.

[07.05.11] Counten im Hansa Park


Am 07.05.2011 ging es an die Ostsee um dort den in Sierksdorf ansässigen Freizeitpark zu besuchen und dessen Neuheit für diese Saison zu testen. Vieles hat sich zwischen dieser und letzter Saison nicht geändert, nur scheint es Mode geworden zu sein überall nur noch Baustellen in diversen Parks zu präsentieren und darüber hinaus hohe Eintrittspreise zu nehmen.

Wo die Preise bei Speis und Trank sich seit Jahren auf dem gleichen Niveau bewegen und auch die Parkgebühren sehr niedrig sind da verwundert es einen sehr das sich die Parkleitung dafür entschied eine Preissteigerung von 25% auf den regulären Eintrittspreis zu nehmen. Da jedoch die Jahreskartenpreise stabil blieben ist der Umsatz dieser auch um einiges angestiegen.

Bei den Rund- und Hochfahrgeschäften erstrahlt der Wellenreiter endlich in einer neuen Lackierung, nicht das dieses seit Jahren ausgeblichene Orange nicht schön war, und kann wie der Autoscooter Space Race eine neue Beleuchtung mit LEDs aufweisen, die Koggenfahrt läuft seit dieser Saison auf Sparflamme und der Sturmvogel steht mal wieder still. Besonders positiv anzumerken ist jedoch das der Ranger Fliegender Hai teilweise neue Bügel erhalten hat, die durch ihre weiche Beschichtung nicht mehr so auf den Magen drücken.

Die Achterbahn Fluch von Novgorod hat dieses Jahr an Effekten abgenommen, so wird man zum Beispiel auf dem 90° Lift nicht mehr nass, sondern nur noch von Druckluft genervt. Wie es der Park regelmäßig schafft seine ganzen Effekte nicht mehr zum Laufen zu bringen ist mir eh ein Rätsel. Die eigentliche Hauptattraktion (die Rutsche nach der Fahrt) war im späteren Verlauf des Tages sogar geschloßen.

Nun zur Neuheit des Parks, der Schlange von Midgard. Die Anlage ist zur Zeit gestalterisch nicht das Gelbe vom Ei, auch wäre eine offenere Anlage sicherlich sinnvoller gewesen. Die Animatronik vor dem Lift ist unnötig, genauso wie der Stopp vor dieser, denn somit wird die ohnehin schon geringe Kapazität unnötiger Weise gedrosselt und verstehen tut man diese Figur eh nicht.

Die Fahrt selbst ist ganz unterhaltsam, nicht unbedingt kraftlos und keineswegs langsam. Die neu entwickelten Züge ähneln vom Fahrkomfort den Holzachterbahnzügen von Gerstlauer, was für eine Kinderachterbahn keineswegs schlecht ist, nur die Bremsung fällt hier nicht ganz so angenehm aus.

Im Gesamten gesehen könnte die Anlage wirklich gut sein, jedoch hätte hier der Park aufhören sollen alles mit einer Geschichte abzurunden. Was beim Fluch von Novgorod halbwegs funktioniert (immerhin ist hier die Kapazität trotz der Zwischenstopps gegeben) ist bei der Schlange von Midgard absoluter Nonsense. Die Gestaltung ist keineswegs sehenwert, was zu einem Teil natürlich daran liegen kann das diese erst zu etwa 80% fertiggestellt ist.

In diesem Sinne Count ist Count und die Schlange von Midgard ist durchaus eine Anlage wo man sich nicht schämen muss wenn man diese zählt. Leider kann einen der Spaß sehr genommen werden wenn andauernd irgendwelche Kiddys mit ihren Müttern denken es wäre toll sich vordrängeln zu müssen.

[24.08.10] Ein Tag im Hansa Park


Da die Sommerferien im Norden des Landes vorbei sind und die Freizeitparks langsam wieder leer werden zog es mich am letzten Montag in das Schleswig Holsteinische Ostseebad Sierksdorf um den dortigen Freizeitpark mal wieder zu besuchen. Mit im Gepäck waren Hauke und Jan.

 

Der Park war wie zu erwarten gefüllt. Aus diesem Grund blieb uns das Warten an so gut wie allen Attraktionen erspart. Leider wollten der HUSS Ranger Fliegender Hai der El Paso Express, sowie das für uns geeignete Hüpfkissen nicht öffnen und an der Glocke herrschte der strengste Knöpfchendrücker nach der Mitarbeiterin der Schiffschaukel des Holiday-Parks, welche die Insassen der Bahn vor ein paar Jahren mal aus den Park werfen wollte, weil diese ihre Hände gehoben haben. Diese Umstände haben den Tag zwar nicht versaut, minderten aber den Spaßfaktor erheblich. Zum Glück gibt es aber einen Haufen anderer hochkarätiger Fahrgeschäfte und wenn der Park schon mal leer ist dann beginnt man am besten mit einer Runde klettern im Hochseilgarten Navajo Trail.

 

Nach der anstrengenden Kletterei im Western Bereich des Parks zog es uns zu einer ruhigeren, gar langweiligen Attraktion, dem Torre del Mar. Ein Glück war kräftiger Wind vorhanden, so dass man die Fahrt durch schaukeln etwas aufregender gestalten konnte und dadurch in den Genuss einer Rückwärtsfahrt kam.

 

Da mein Magen knurrte wurde die Gastronomie des Parks zum ersten Mal ausgenutzt. Wie immer bekommt man hervorragende Speisen zu einem günstigen Preis und auch die Fische im Teich freuen sich wenn man das Essen mit ihnen teilt.


Hansa Park
Hansa Park
Baracuda Slide (Hansa Park)
Baracuda Slide (Hansa Park)


Nebenbei haben sich Hauke und Jan ein Rennen auf der Baracuda Slide geliefert. Da Hauke das Gefühl hatte jemanden in der Wilden Maus quälen zu müssen wurde die Crazy Mine gefahren. Jan erfreute sich als Haukes erstes Opfer.

 

Nachdem wir mit der HUSS Troika Wellenreiter das perfekte Lichtraumprofil erkundet hatten und eine Runde mit den Autoskooter Space Race gedreht haben wurde die 1980 erbaute Schwarzkopf Achterbahn Nessie anvisiert. Die Bahn bietet alles was man braucht, zumindest in den letzten Reihen und ist als Klassiker des deutschen Achterbahnbaus nicht weg zu denken. Hier wird der Looping noch so durchfahren wie es sein sollte und die Ejecting Airtime nach der ausgeschalteten Blockbremse sucht ihres gleichen.


Wellenreiter (Hansa Park)
Rasender Roland & Superrollercoaster Nessie (Hansa Park)
Rasender Roland & Superrollercoaster Nessie (Hansa Park)
Rasender Roland & Superrollercoaster Nessie (Hansa Park)
Rasender Roland & Superrollercoaster Nessie (Hansa Park)


Wem es nach etwas weniger G-Kräften verlangt, der kann in den Dünen-Express Rasender Roland steigen. Etwas kraftvoller, vor allem im Abschuss, zeigt sich der Fluch von Novgorod, dessen eigentliche Attraktionen die Rutsche nach dem Ausstieg ist. Effektvoll vom Beginn der Warteschlange bis zum Ausgang des Labyrinths, vor allem Ruriks Gesangseinlage kann überzeugen. Im Gesamten gesehen ist der Fluch von Novgorod eine erstklassige Attraktion, welche im zweiten Jahr auch in der Fahrweise durchaus punkten kann, auch wenn das Ende nun etwas harmloser ausfällt.


Fluch von Novgorod (Hansa Park)
Fluch von Novgorod (Hansa Park)
Fluch von Novgorod (Hansa Park)
Fluch von Novgorod (Hansa Park)


Weitere Bilder zum Bericht finden Sie in der entsprechenden Galerie.